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Kommende Buchkritiken
Die Glasbläserin von Murano
The Glassblower
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Autor
Marina Fiorato
Genre Historischer Roman
Verlag rororo ISBN 978-3-499-24400-1 Übersetzung Carola Kasperek Erscheinungsdatum (D) Mai 2007 Erschienen 2006 Seiten 317 |
Inhalt
Venezianisches Muranoglas ist überaus kostbar – sorgfältig gearbeitet und nach spezieller Rezeptur gefertigt gilt es als das beste Glas der Welt. Um das Handelsmonopol zu wahren und die Herstellungsweise des edlen Materials geheim zu halten, leben die Glasbläser auf einer streng bewachten Insel, die sie nur mit Genehmigung verlassen dürfen. Als der erfolgreichste der Glasbläser, Corrado Manin, es 1661 wagt nach Frankreich zu flüchten, ist nicht nur sein eigenes Leben verwirkt.
Im 21. Jahrhundert gerät die Geschichte des Glasbläsers erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit: Als Leonora Manin in Venedig auf ihre berühmten Wurzeln stößt, beginnt sie, mehr über das Leben von „Corradino“ in Erfahrung zu bringen und ahnt nicht, welche Folgen sein Schicksal fast vierhundert Jahre später auf ihr eigenes haben soll...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Das Konzept, das Marina Fiorato in ihrem historischen Roman anwendet, ist durchaus interessant: Sie bringt zwei Protagonisten aus verschiedenen Epochen zusammen, indem sie eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellt. Die Künstlerin Leonora forscht nach ihrem Vorfahr Corrado, der sich als venezianischer Glasbläser einen Namen gemacht hat. Abwechselnd wandelt der Leser also in Corradinos alter Welt und der modernen von Leonora. Diese Brücke zwischen den Zeiten wäre eigentlich eine gute Idee, würde es nicht an der guten Umsetzung mangeln. Verschlingt man den historischen Teil geradezu und schaut dem Glasbläser fasziniert bei seiner Arbeit über die Schulter, muss man sich beim modernen Schicksal Leonoras zum Weiterlesen zwingen. Ihre übertriebene Liebesgeschichte wirkt wie ein Lückenfüller und ist deplaziert. Geradezu aufgesetzt und schnulzig will sich die Welt der jungen Frau so gar nicht in den altertümlichen Part einpassen. Wer also einen Roman mit viel Geschichte erwartet, liegt zwar richtig, sollte sich aber auch auf eine kitschige Romanze unserer Zeit einlassen können.
