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Kommende Buchkritiken
Die bezaubernde Florentinerin
The Enchantress of Florence
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Autor
Salman Rushdie
Genre Historischer Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3-498-05783-1 Übersetzung Bernhard Robben Erscheinungsdatum (D) März 2009 Seiten 448 |
Inhalt
Als 1572 ein blonder Mann aus Florenz am Hof des indischen Kaisers Akbar vorspricht, herrscht Sprachlosigkeit. Der Florentiner behauptet, der Onkel von Akbar zu sein. Wie kann das stimmen? Ein Europäer als Verwandter der mächtigen Familie? Mit der Zeit lernen sich Akbar und der Fremde zu schätzen, führen weitschweifige Gespräche und versuchen, dem Geheimnis ihrer Verwandtschaft auf den Grund zu gehen. Nach langen Nachforschungen scheinen alle Spuren zu Qara Köz zu führen, einer schweigsamen und geheimnisvollen indischen Prinzessin - der schönsten Frau der Welt.
Buchkritik von Karolin Kullmann
Als indischer Autor erlangte Salman Rushdie große Bekanntheit, wurde sogar mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet. Nun erschien sein neuestes Buch, welches die Geschichte von Qara Köz erzählt, der asiatischen Prinzessin, die auf ihrer Reise nach Europa ganz Florenz verzaubert. Der historische Roman aus dem fernen Land ist konstruiert wie ein Märchen aus 1001 Nacht, bietet die Möglichkeit, die indische Kultur kennen zu lernen und zu staunen. Dennoch ist es für den europäischen, laienhaften Leser schwierig, sich an den Schreibstil zu gewöhnen: Unterbrochen durch tiefgründige Gedankengänge und Anspielungen aus der indischen Mythologie kommt die eigentliche Geschichte oft zu kurz, ist für einen Roman zu schwermütig und philosophisch. So wird der Lesefluss immer wieder gehemmt, eine durchgängige Spannung will und will sich nicht aufbauen. Wie gern würde man sich in die bezaubernde Welt vertiefen, die hier dargestellt wird, kommt aber wieder und wieder aus dem Lesetakt, weil die vielen Einschübe Unterbrechungen des Erzählten darstellen. Es stellt sich die Frage, ob die Geschichte für die westliche Welt in zu östlicher Weise erzählt ist oder ob die Übersetzung einfach hätte angepasst werden sollen. Fakt ist, dass “Die bezaubernde Florentinerin” für den ungeübten Europäer gewöhnungsbedürftig ist und eine schwere Kost darstellt.
