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Kommende Buchkritiken
Die Vagabundin
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Autor
Astrid Fritz
Genre Historischer Roman
Verlag Kindler ISBN 978-3-463-40507-0 Erscheinungsdatum (D) März 2009 Seiten 512 |
Inhalt
Da ihre Mutter früh verstarb, wächst die junge Eva Barbiererin in Passau bei ihrem Stiefvater auf. Aber das Leben mit Gallus Barbier ist wahrlich kein Zuckerschlecken: Er ist ein Tunichtgut, der all das Geld, das Eva und ihr Bruder hart erarbeiten, in den Schankstuben verprasst. Dabei kümmert es ihn auch nicht, dass seine Kinder an so manchen Tagen nichts zu Essen haben. Als er Eva dann auch noch zum Objekt seiner Begierde macht, gibt es für das Mädchen kein Halten mehr: Sie flieht aus der Stadt und führt von nun an ein Leben als Vagabundin. Anfangs schließt sie sich Pilgergruppen an oder verdient sich ihr Zubrot durch kleine Dienstleistungen. Doch das Reisen als Frau ist gefährlich. Um nicht ständig von anderen abhängig zu sein, verkleidet sich Eva kurzerhand als Mann und erarbeitet sich ihren Lebensunterhalt als Schneidergeselle. Sie ist immer auf der Hut und bewahrt ihr Geheimnis eifrig – bis die Liebe ihre Pläne durchkreuzt...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Die Thematik Verkleidung begegnet uns oft in historischen Romanen und dass sich eine Frau als Mann ausgibt, ist ein leidiges Thema, das Liebhaber dieses Genres sicher zur Genüge kennen. Auch „Die Vagabundin“ behandelt dieses Motiv sehr ausführlich – und schafft es dennoch, die Aufmerksamkeit des Leser kontinuierlich wach zu halten.
Die Protagonistin Eva ist, wie nicht anders zu erwarten, eine starke, eigensinnige Frau, die vom Schicksal nicht eben begünstigt wurde. Aber sie wird nicht idealisiert dargestellt, wie man es aus anderen Historienromanen gewohnt sein mag. Eva Barbiererin tut nicht immer Gutes, gerät auf ihrer Wanderschaft auch mal auf Abwege, stiehlt und erfindet Notlügen. Obwohl sie im Grunde gut ist, verstrickt sie sich in Ausreden und macht sich damit eine Menge Feinde. Besonders beeindruckend ist es zu erfahren, dass eben jene Protagonistin tatsächlich gelebt hat, dass sie ein Leben ähnlich wie in Astrid Fritz` Geschichte geführt haben muss und wahrscheinlich auch in Wirklichkeit von feministischen Gedanken geprägt war, in denen sie die Rechte der Frauen im 16. Jahrhundert kritisierte. Positiv zu bewerten ist es auch, dass die Liebe im Roman zwar nicht zu kurz kommt, aber auch nicht übersteigert dargestellt wird. Unsere Hauptfigur verliert sich nicht in romantischen Liebeserklärungen und auch das Ende ist keines, das man vorausahnen kann.
Mit „Die Vagabundin“ hat Astrid Fritz einen Roman veröffentlicht, der nahe an der historischen Realität liegt und uns einen glaubhaften Einblick in das Leben der Eva Barbiererin erlaubt, wie es wirklich gewesen sein könnte.
