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Kommende Buchkritiken
Lelia
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Autor
George Sand
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-13709-6 Übersetzung Heidrun Hemje-Oltmanns Erscheinungsdatum (D) 1984 Erschienen 1833 Seiten 368 |
Inhalt
Lelia besitzt alles, was eine Frau sich nur wünschen kann: Sie ist reich, wunderschön und gebildet – und führt dennoch kein glückliches Leben. Im nachrevolutionären Frankreich versucht sie zu sich selbst zu finden und ist unfähig, sich in eine Frauenrolle einzupassen, derer sie überdrüssig ist. Als der junge Dichter Stenio und der fanatische Priester Magnus um ihre Liebe und Achtung ringen, entbrennt eine glühende Leidenschaft, von der allein Lelia unberührt bleibt. Unnahbar und kühl tritt sie ihren Verehrern entgegen und besiegelt damit ihrer aller Schicksal...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Ohne Zweifel ist „Lelia“ ein bedeutendes Werk der Weltliteratur, das vor allem für die Rolle der Frau, das weibliche Empfinden und Streben, von Bedeutung ist. Als George Sand es 1833 veröffentlichte, löste das Buch einen Skandal aus. Die Autorin hatte sich offen gegen veraltete Werte aufgelehnt und das Bild einer Frau gezeichnet, die sich nicht nach gesellschaftlichen Vorlagen richtete oder sich in vorgefertigte Rollen pressen ließ. Mit Lelia hatte sie eine Figur geschaffen, die jeglichen bis dahin geltenden Vorstellungen des Weiblichen trotzte. Unfähig zu lieben konnte sie die Leidenschaft der Männer, die um ihre Gunst rangen, nicht erwidern und stürzte damit alle Beteiligten ins Unglück. Die dramenartige Struktur des Romans unterstreicht die eindringliche Botschaft, die „Lelia“ vermitteln soll, doch es sei gesagt, dass der Leser in der Lage sein muss, sich auf solch schweren Stoff einzulassen.
Es ist schwierig, sich an die negative Grundstimmung zu gewöhnen, die von Anfang an die Geschichte beherrscht. Obwohl die Hauptfigur Lelia eine unglaublich dichte Struktur besitzt und eine vielschichtige Interpretation zulässt, ist es doch ihre tiefe Traurigkeit, die am meisten auffällt. Oft kann man diese Stimmung nicht nachvollziehen und sich nicht identifizieren mit der deprimierenden Gefühlskälte Lelias. Dass es diesem Roman gänzlich an Lebensfreude fehlt, macht die Lektüre mühsam und gibt einem das Gefühl, in der Handlung nicht voranzukommen.
Es bleibt ohne Zweifel, dass George Sands Werk tiefen Gefühlen Ausdruck verleiht und sich durch sprachliche Schönheit auszeichnet. Dennoch hinterlässt es einen verwirrenden Eindruck und löst widersprüchliche Gefühle aus – vielleicht auch deswegen, weil wir die Ideen, für die die Autorin einstand, heute als selbstverständlich Gegebenes betrachten.
Wissenswertes
George Sand ist das Pseudonym, unter dem Aurore Dupin ihre Werke veröffentlichte.
