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Kommende Buchkritiken
Der letzte Harem
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Autor
Peter Prange
Genre Historischer Roman
Verlag Knaur ISBN 978-3-426-63855-2 Erscheinungsdatum (D) 2007 Seiten 572 |
Inhalt
Im Jahre 1895, in den Zeiten der Spannungen zwischen Armeniern und Kurden, wird das Osmanische Reich mit Krieg überzogen. Auch die kleinen Dörfer werden durch kämpferische Auseinandersetzungen erschüttert. In diesen Wirren werden Elisa und Fatima aus ihrer Heimat entführt und zu Sklavinnen im Sultanspalast gemacht. Von nun an leben sie mit all den anderen Frauen im Harem des Herrschers Abdülhamid, umgeben von Luxus und Bequemlichkeit. Bald schon kennen sie kein anderes Leben mehr als das prachtvolle Dasein in Konstantinopel, doch während Fatima sich nichts sehnlicher wünscht, als die Aufmerksamkeit des Sultans zu erregen und zu seiner Favoritin aufzusteigen, treibt Elisa einzig der Gedanke an die Freiheit, die außerhalb der Palastmauern nach ihr zu rufen scheint.
Jahre später zerbricht das Osmanische Reich und die Herrschaft des Sultans existiert nicht mehr. Die beiden Frauen sind nun auf sich selbst angewiesen, müssen sich außerhalb des schützenden Palastes behaupten. Doch als sie gezwungen werden, getrennte Wege zu gehen, droht ihre Freundschaft zu zerbrechen...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Peter Prange lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers schon allein mit dem Thema auf sein Werk. Viel versprechend lockt eine Geschichte, die von längst vergangenen Zeiten erzählt, in denen es noch Sultane gab, die die schönsten Frauen um sich scharrten. Man stelle sich vor, einmal in den prachtvollen Gärten eines solchen Palastes zu wandeln, in kostbarste Gewänder gehüllt und umgeben von exotischen Düften! Wenn man dann „Der letzte Harem“ aufschlägt, wird man genau das finden - eine fremde Welt, in der es viel zu entdecken gibt. Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle an Würze fehlt, gelingt Peter Prange die Gratwanderung zwischen Geschichte und Fiktion vortrefflich. In den historischen Rahmen aus politischen Umbrüchen und dem letzten Aufflackern der Macht der Kalifenherrschaft ist das fiktive Leben zweier Frauen eingebettet, aus deren Blickwinkel man die vergangenen Ereignisse noch einmal erleben kann. Dabei schwelgt man mit den Protagonistinnen in der wunderschönen orientalischen Welt, lernt aber gleichzeitig die dunklen Seiten ebenjener kennen. Auch wenn man sich im Klaren darüber ist, dass „Der letzte Harem“ die erdachte Erzählung eines Schriftstellers ist, hat man am Ende doch das Gefühl, sein Wissen mit einem Stück wichtiger Geschichte angereichert zu haben.
