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Kommende Buchkritiken
Daniel Stein
Daniel Stajn, perevodcik
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Autor
Ljudmila Ulitzkaja
Genre Roman
Verlag Hanser ISBN 978-3-446-23279-2 Übersetzung Ganna-Maria Braungardt Erscheinungsdatum (D) Februar 2009 Erschienen 2006 Seiten 496 |
Inhalt
Daniel Stein, ein polnischer Jude, verhalf im Dritten Reich hunderten von Menschen zur Flucht aus einem Ghetto im polnischen Emsk. Er war Dolmetscher bei der Gestapo, Partisan in Weißrussland, arbeitete für das NKWD und konvertierte schließlich zum christlichen Glauben und wurde Karmelitermönch. Nachdem er dreimal zum Tode verurteilt worden war und jedes Mal mit dem Leben davonkam, emigrierte er nach Israel. Daniel gründete dort eine jüdisch-katholische Kirche nach dem Vorbild der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem und stieß damit immer wieder auf Widerstand aus unterschiedlichen Richtungen. Für viele Menschen wurde Daniel Stein zum Rettungsanker, für ihn standen stets die Nächstenliebe und das Wohl seiner Gemeinde im Mittelpunkt, womit er sich viele Feinde schaffte. Der Vatikan belegte Bruder Daniel mit einem Bann und beobachtete ihn stets voller Argwohn. Er starb schließlich bei einem Autounfall, der wahrscheinlich ein Attentat war.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Ljudmilla Ulitzkaja schuf diesen Roman nach dem historischen Vorbild ihres Protagonisten – Daniel Rufeisen. Diesen großen und doch so bescheidenen Mann hatte die Autorin persönlich kennen gelernt und erzählt hier seine beeindruckende und bewegte Lebensgeschichte, wobei sie gleich zu Beginn betont, dass der echte Bruder Daniel und ihre Romanfigur Daniel Stein nicht identisch sind. Die literarische Wahrhaftigkeit und nicht etwa die historische Wahrheit steht hier im Vordergrund. Verschiedene Quellen sind es, die hier die bewegende Geschichte des Daniel Stein erzählen, dessen Lebensaufgabe es war, eine katholische Gemeinde nach dem Vorbild der Kirche des Jakobus zu schaffen. Briefe, Erinnerungen von Zeitzeugen und Gespräche legen Zeugnis ab von einem wahren Gerechten, der aus Sicht der orthodoxen Juden kein richtiger Jude und aus Sicht der katholischen Kirche ein zweifelhafter Priester war. Ulitzkaja entwirft das Bild eines Mannes, der von seinen Freunden geliebt und von Feinden und Gegnern geachtet wurde, eines Mannes, dessen Idealismus so groß war, dass er in seiner Umgebung eine Atmosphäre von Liebe, unbändiger Freude und großem Mitgefühl verbreiten konnte.
„Daniel Stein“ ist ein zutiefst berührender Roman über einen gütigen Menschen, der unzählige Menschenleben rettete und Zeit seines Wirkens bemüht war, die Kluft zwischen Judentum und Christentum zu überwinden. Dem Leser eröffnet sich hier ein Blick in die Geheimnisse der großen Weltreligionen, theologische Fragen bekommen eine neue Dimension und eine große Hoffnung tut sich auf: Solange es Menschen wie Daniel Stein gibt, werden Liebe und Verständnis stets Raum unter den Menschen haben!
