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Kommende Buchkritiken
Zeit der Asche
No será la tierra
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Autor
Jorge Volpi
Genre Roman
Verlag Klett-Cotta ISBN 978-3-608-93701-5 Übersetzung Catalina Rojas Hauser und Kirstin Bleiel Erscheinungsdatum (D) März 2009 Erschienen 2006 Seiten 511 |
Inhalt
Wir befinden uns in der turbulenten und wirren Zeit des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Drei Frauenschicksale spiegeln die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse dieser Zeit wider: Irina, eine sowjetische Biologin schildert die Ereignisse um Tschernobyl, den Zusammenbruch des Kommunismus und den unausweichlichen Tod ihrer einzigen Tochter. Jennifer, eine amerikanische Ökonomin, wird in ihrem Tun stets durch die permanente Untreue ihres skrupellosen Mannes und dem für sie unverständlichen Handeln ihrer globalisierungskritischen Schwester gelenkt. Und dann ist da noch Èva, eine hochintelligente Computerwissenschaftlerin, die bestrebt ist, das Geheimnis der menschlichen Intelligenz zu lüften, und die nicht in der Lage ist, zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen.
Um diese drei Frauen herum toben historische Ereignisse wie der Fall des Eisernen Vorhangs, das Ende des Kommunismus und die Machenschaften an der Wall Street. Zusammengeführt werden diese drei Frauen durch einen seltsamen Mann, der ihre Schicksale wesentlich beeinflussen soll.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Jorge Volpi liefert mit „Zeit der Asche“ ein illustres und schwungvoll erzähltes Spiegelbild der Zeitgeschichte. Die Ereignisse des ausgehenden 20. Jahrhunderts erfahren hier eine ganz eigene Interpretation und bieten Einblick in große Umbrüche, tragische Ereignisse und bahnbrechende Entdeckungen. Vor allem für all jene Leser, die den Fall der Berliner Mauer, den Niedergang des Sowjetreichs und Tschernobyl bewusst miterlebt haben, werden hier viele Erinnerungen wach. So bietet sich die Gelegenheit, die damaligen Geschehnisse nochmals Revue passieren zu lassen und für manches vielleicht auch neue Interpretationen zu finden. Auch wenn einige Passagen für Unerfahrene etwas verwirrend sind – so etwa die ausführlichen Schilderungen über das Humangenomprojekt – bietet „Zeit der Asche“ doch insgesamt einen umfassenden Überblick über eine historisch bedeutende Epoche.
Gleichzeitig beschäftigt sich Volpi aber auch mit den menschlichen Leidenschaften und Abgründen, die ja schlussendlich auch immer Auslöser für große Entdeckungen, Aufstände, Kriege und politische Umbrüche sind. Vor allem der stetige Wechsel zwischen den drei Protagonistinnen verschafft dem Leser einen guten Einblick in die sich überstürzenden Ereignisse der 80er und 90er Jahre. Etwas verwirrend ist hierbei allerdings, dass die Dialogpassagen allesamt ohne Anführungszeichen auskommen müssen – dadurch fällt es stellenweise schwer, einer Unterhaltung zu folgen. Trotzdem ist „Zeit der Asche“ ein großes und fesselndes Gesellschaftsepos, das den Leser bis zum Ende in Atem hält und von einer wichtigen Zeit erzählt.
