Reisen im Skriptorium

Travels in the Scriptorium

Reisen im Skriptorium

Autor Paul Auster Genre Roman
Verlag Rowohlt
ISBN 978-3-499-24341-7
Übersetzung Werner Schmitz Erscheinungsdatum (D) Juli 2007   
Erschienen 2006  Seiten 176

Inhalt

Ein alter, gebrechlicher Mann sitzt ganz allein in einem abgedunkelten, verschlossenen Zimmer. Er weiß nicht, wer er ist und was mit ihm geschieht. Ist er ein Gefangener? Die Kamera und die Mikrophone, die ihn auf Schritt und Tritt beobachten, weisen darauf hin. Ist er eingeschlossen oder könnte er den Raum verlassen, wenn er denn wollte? Menschen, mit denen er nichts anfangen, die er einfach nicht einordnen kann, kommen und gehen. Wer sind sie, in welcher Beziehung stehen sie zu ihm? Auf seinem Nachttisch stehen Fotos von Menschen, die ihm vage bekannt vorkommen, deren Namen er aber nicht mehr weiß. Ist Anna nur eine Pflegerin oder war sie einst seine Geliebte, nach der er sich noch heute verzehrt? Er weiß es einfach nicht und je mehr er sich zu besinnen versucht, desto tiefer verstrickt er sich in ein Labyrinth von Parallelwelten. Am Ende begegnet er sich in den Zeilen eines Manuskriptes selbst…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Paul Auster nimmt den Leser von der ersten Zeile an mit in eine verwirrende und beängstigende Welt, aus der man nicht mehr alleine herauszufinden scheint. Was ist Phantasie, was Realität? Diese Frage steht über allem und lässt den Leser bis zum Ende nicht mehr los. Auster entwirft ein deprimierendes und beängstigendes Bild von Alter, Senilität und Gebrechlichkeit, das er mehr und mehr zuspitzt. Er lässt dabei weder Inkontinenz noch Demenz aus und macht dem Leser nur allzu deutlich, dass das Altwerden eine zutiefst deprimierende Angelegenheit ist.

Dabei belässt er seine Leser aber stets im Dunkeln darüber, ob die Ereignisse nun tatsächlich passieren oder das Ganze vielmehr ein raffiniert ausgeklügeltes Vexierspiel ist. Fast schon bekommt dieser den Eindruck, selbst in diesem grauen Nebel aus Vergessen und Dahindämmern verloren zu sein. In sparsamen, fast schon kargen Worten erzählt der Autor hier eine zugleich brillante und erschreckende Geschichte, die am Ende nichts und doch auch wieder alles preisgibt. Meisterhaft!

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