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Kommende Buchkritiken
Das Spiel des Engels
El Juego del Ángel
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Autor
Carlos Ruiz Zafon
Genre Roman
Verlag S. Fischer ISBN 978-3-10-095400-8 Übersetzung Peter Schwaar Erscheinungsdatum (D) Dezember 2008 Erschienen 2008 Seiten 711 |
Inhalt
David Martín hat wirklich keinen guten Start ins Leben. An seine Mutter kann er sich kaum noch erinnern, sie verließ ihn und den Vater, als David noch ganz klein war. Sein Vater wurde durch den Alkohol mehr und mehr zum brutalen Schläger, der seinem Sohn das einzige verbietet, was den aufrecht hält: das Lesen. Nach dem Tod des Vaters landet David in der Redaktion einer Zeitung in Barcelona und verdingt sich schließlich, durch die Unterstützung des mächtigen Pedro Vidal als Autor von mysteriösen Kriminalromanen und Detektivgeschichten. In diesem turbulenten Jahrzehnt vor dem Spanischen Bürgerkrieg trifft er zum ersten Mal Cristina, die Tochter von Vidals Chauffeur und verliebt sich auf Anhieb in sie. Diese Liebe soll alle Höhen und Tiefen überstehen, denen David in diesen Zeiten ausgesetzt ist. Einsam lebt er in einem düsteren Haus mit einem Turm, fühlt sich um die Liebe seines Lebens betrogen und sieht sein Leben von einer unheilbaren Krankheit bedroht. Es scheint, als würde niemand in ganz Barcelona Davids Talent als ernsthafter Schriftsteller erkennen, bis der mysteriöse Verleger Andreas Corelli ihm ein Angebot macht, das er einfach nicht ablehnen kann. Ehe er sich versieht, wird David in einen Strudel von dunklen Ereignissen und finsteren Abgründen hineingezogen und bekommt allmählich eine Ahnung davon, mit wem er es hier tatsächlich zu tun hat.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Hier ist er wieder – der Friedhof der Vergessenen Bücher! All jene die „Der Schatten des Windes“ gelesen haben, werden mit Bangen „Das Spiel des Engels“ erwartet und sich zugleich ängstlich gefragt haben, ob es dem Autor gelingen möge, seine Leser nochmals in diesen unglaublichen Bann zu ziehen. Eines sei gleich zu Anfang verraten: Es ist ihm gelungen! Erneut beweist Carlos Ruiz Zafón, über welch unwiderstehliche erzählerische Kraft er verfügt – beinahe spielend lockt er uns in sein Barcelona und zurück auf den Friedhof der Vergessenen Bücher. In fast schon poetischer Sprache lässt der Autor hier dunkle Geheimnisse aufleben und führt seine Geschichte immer tiefer hinein in einen Strudel furchterregender Ereignisse. Besondere Erwähnung verdient hier zweifelsohne der Übersetzer Peter Schwaar, der großartige Arbeit geleistet hat.
Ganz im Stile großer Erzähler wie Márquez oder Allende lässt Zafón eine Geschichte voll Mystik, Erotik, dunkler Geheimnisse und feinem Humor erstehen. Wiederum ist es die Magie der Bücher, die im Zentrum der Ereignisse steht und die den Angelpunkt der Geschichte bildet. David ist ein Held, wie wir ihn uns wünschen – tragisch, komisch, verzweifelt und doch unheimlich stark. Für seine große Liebe ist er zu allem bereit – auch wenn er alles aufgeben müsste. Hier finden sich viele Elemente des „Doktor Faustus“ wieder, und doch verleiht Zafón dieser Geschichte eine ganz neue und eigene Interpretation. „Das Spiel des Engels“ ist ein Schmöker, der bis zum Schluss fesselt und den man am liebsten nicht mehr aus der Hand geben möchte.

