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Das Lexikon der verschwundenen Dinge
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Autor
Volker Wieprecht und Robert Skuppin
Genre Lexikon
Verlag Rowohlt Berlin ISBN 978-3-87134-639-2 Erscheinungsdatum (D) Mai 2009 Seiten 256 |
Inhalt
Was vergangen ist und auch oft schon wieder vergessen wurde – daran erinnern die Autoren Volker Wieprecht und Robert Skuppin in ihrem Nachschlagewerk „Das Lexikon der verschwundenen Dinge“. Chronologisch dem Alphabet von A wie „Aufmerksamkeit, höchste“ über die „Herrenhandtasche“ bis zum „Zylinder“ sammelten die beiden nach persönlichen Vorlieben die Fundstücke der Vergangenheit. Herausgekommen ist eine kunterbunte Auswahl an Kuriositäten des Gestern und Heute.
Buchkritik von Jane Fritsche
Zwei Radiomoderatoren schreiben ein Buch. Wer Volker Wieprecht und Robert Skuppin vom RBB Sender RADIO EINS kennt und schätzt, wird nicht lange überlegen und sich ihr Buch „Das Lexikon der verschwundenen Dinge“ in der nächsten Buchhandlung besorgen. Denn die beiden sind witzig, nehmen kein Blatt vor dem Mund und wie sie mit ihrer neuesten Veröffentlichung, nach „Das schöne Buch“ und „Berliner populäre Irrtümer: Ein Lexikon“, beweisen, auch richtige Talente der flotten Feder. Sie gedenken mit viel Humor und tollen Anekdoten zum Beispiel der Compact Cassette, einer DER technischen Errungenschaften der 80er Jahre. Daneben finden sich seltsamen Wirtschaftsblüten der 60er Jahre wie dem Mofa mit stolzen 25 km/h (frisiert bis zu 45 km/h und das ohne Führerscheinpflicht!) oder „Bonanza“ als feste TV-Domäne für ganzen Männer von 9 bis 90.
Die reichhaltigen Beispiele sind der Funk- und Fernsehlandschaft oder der Mode entnommen, beschreiben technische Supernova, wie aktuell die „Glühbirne“ und zu Wirtschaftswunderzeiten die „Nähmaschine“. Immer wieder verweisen die Autoren auf das gute alte Lieblings- bzw. Hassobjekt („Kaffeefilter“) ohne melancholisch zu werden. Zwischen dem was noch geläufig aber nicht mehr gebräuchlich ist, fällt ihr genauer Blick für die Veränderungen der Gesellschaft vom Gemeinwesen hin zum modernen Kapitalismus auf. Manche Sachen sind längst vergessen oder haben nie die breite Öffentlichkeit erreicht. Peinliches Beispiel wie die „Gesichtshaube“ von 1973 – für den gesamten Kopf wohlgemerkt! und die „Nichtschwimmerbadehose“ (über Pumpen aufblasbar und unter der Badehose zu tragen), bei der man sich schon kaputt lacht, wenn man sie sich nur vorstellt.
Beim Rundumschlag durch die Jahrzehnte des Konsums amüsiert man sich köstlich von A bis Z.
