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Kommende Buchkritiken
Der amerikanische Ritter
All shall be well; and all shall be well; and all manner of things shall be well
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Autor
Tod Wodicka
Genre Roman
Verlag Klett-Cotta ISBN 978-3-608-93608-7 Übersetzung Anke Caroline Burger Erscheinungsdatum (D) März 2009 Erschienen 2007 Seiten 300 |
Inhalt
Burt Hecker hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Verein „Gemeinschaft zur Wiedererlangung der Zeit“ – kurz GWVZ – zu gründen und zu hüten. Mittelalter-Begeisterte finden sich allwöchentlich auf seinem Grundstück ein und frönen der Vergangenheit. Zum Verdruss seiner stets rebellierenden Tochter Judy. Als seine Frau Kitty an Krebs stirbt, bricht die Familie vollends auseinander. Selbst sein stiller Sohn Tristan wendet sich von ihm ab und verschwindet nach Europa zur verhassten lemkischen Großmutter. Burt, der sich viel lieber Eckbert Attquiet nennt, würde nichts lieber tun als in seiner Kutte mit viel selbstgekeltertem Met seinen Lebensabend zu verbringen. Doch er macht sich auf den abenteuerlichen Weg nach Deutschland und Tschechien, um seine Familie wieder zusammenzubringen.
Buchkritik von Jane Fritsche
Mit einer absonderlichen Titelfigur hat „Der amerikanische Ritter“ bereits einen reizvollen Aufhänger und als Leser folgt man Burt alias Eckbert gern in die Wirren seines Lebens und der Geschichte. Doch nur auf den ersten Blick ist die Handlung vom gescheiterten Vater eine aberwitzige Abrechnung mit dem 21. Jahrhundert. Vielmehr wird mit subtilem Humor die traurige Welt eines Verlorenen geschildert, der irgendwo seine Familie sucht, um sich selbst zu finden. Tod Wodicka beschrieb in seinem Erstlingswerk viele Stationen einer langen Reise. Dabei ist jedes Kapitel voller Wortwitz und tiefgründiger Kommentare zu Phänomenen unserer Zeit. Gern lässt man sich auf seinen gemächlichen Stil ein und folgt so den stillen Gedanken seiner Hauptfigur.
Ist das Buch zuende, hat man gleich Lust, eine neue skurrile Geschichte von Wodicka in die Hand zu nehmen. Wer alles ausschließt was „NEE“ ist, d.h. „Nicht der Epoche entsprechend“, dem steht eine vielversprechende Literatenzukunft bevor. Hoffentlich braucht man nicht zu lange warten.
