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Kommende Buchkritiken
Die Kameliendame
La Dame aux camelias
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Autor
Alexandre Dumas
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-13708-9 Übersetzung Michaela Meßner Erscheinungsdatum (D) 1907 Erschienen 1848 Seiten 269 |
Inhalt
Marguerite Gautier ist als Mätresse in ganz Paris bekannt. Sie lebt ein Leben voller Luxus und Ausschweifungen, lässt sich von wohlhabenden Herren ihre teuren Wünsche finanzieren. Doch dann lernt sie Armand Duval kennen, der sich ernsthaft um sie und ihre ungesunde, wenig moralische Lebenshaltung sorgt. Durch Armand erlebt sie die wahre, unbezahlbare Liebe und versucht mit ihm ein neues Leben ohne Luxus zu beginnen. Doch dann wird sie von der Realität eingeholt und muss sich den Konventionen der Gesellschaft beugen…
Buchkritik von Karolin Kullmann
Ob als Roman, Theaterstück oder Film, “Die Kameliendame” feierte im 19. Jahrhundert verschieden interpretiert große Erfolge. Heute steht der Roman mit seinen ein wenig veralteten, starren Vorstellungen nicht mehr im Rampenlicht, schafft es aber dennoch zu überzeugen und den Leser zu fesseln und zu rühren.
Zugegeben, anfangs finden wir nicht allzu viel Spannung in den eintönigen Beschreibungen des für die Handlung unbedeutenden Erzählers, die Lust zum Weiterlesen will sich nicht einstellen. Doch mit dem Erscheinen der Protagonisten, dem Rückblick auf ihr gemeinsames Leben, kommt die Geschichte in Fahrt. Armand Duval als junger, blind verliebter Tölpel erregt sofort das Mitleid des Lesers, oft möchte man ihm gut zureden und ihn vor Marguerite Gautier warnen. Zu Beginn ist seine Angebetete voll und ganz luxuriöse Mätresse, die mit ihren Liebhabern spielt und sich ihre Gunst teuer bezahlen lässt. Aber nach und nach entsteht ein völlig anderes Bild von ihr: Als sanfte, gefühlvolle Frau gibt sie sich Armand hin und die romantisch-tragische Liebesgeschichte zwischen dem strengen Moralisten und der ausschweifend lebenden Kurtisane fesselt den Leser. Sogar zu Tränen rührt das Schicksal der Marguerite Gautier, die sich nur nach der Erfüllung der wahren Liebe sehnt und doch nicht aus ihrem alten Leben ausbrechen kann. Noch rührseliger wird man, wenn man im Nachwort über die Liebesgeschichte von einer wahren Begebenheit zwischen dem Autor und seiner Mätresse liest. Damit ist es, als nähme der Leser am Schicksal des Paares teil, als hätte er ihre tragische Beziehung tatsächlich miterlebt und würde nun selbst trauern. So erklärt sich der große Erfolg des Romans, und auch heute noch können wir einen Hauch davon spüren, wenn wir um die Geschichte von Marguerite Gautier und Armand Duval wissen.
Wissenswertes
Der Autor Alexandre Dumas ist der Sohn des Schriftstellers, aus dessen Feder solch bekannte Werke wie “Die drei Musketiere” oder “Der Graf von Monte Christo” stammen.
