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Kommende Buchkritiken
Biographie des Hungers
Biographie de la faim
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Autor
Amélie Nothomb
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06697-5 Übersetzung Brigitte Große Erscheinungsdatum (D) März 2009 Erschienen 2004 Seiten 224 |
Inhalt
Anhand ihrer Biographie schlägt Amélie Nothomb ein weiteres Kapitel ihres abwechslungsreichen Lebens auf. Dabei konzentriert sie sich auf ihre Erlebnisse im Alter von 3 bis 16 Jahren. In dieser Zeit bereiste die Diplomatentochter Japan, China, die USA, Bangladesch, Burma und letztendlich ihr Herkunftsland Belgien. Jedes Land prägte und formte sie auf einzigartige Weise. Was sie stets begleitete, war ihr Hunger. Eine allumfassende Gier nach Leben in jeder Phase ihres jungen Daseins.
Buchkritik von Jane Fritsche
Im neuestes Streich der außergewöhnlichen Schriftstellerin erhält der Leser nach „Metaphysik der Röhren“ einen weiteren Einblick in ihre Kindheit. Wie immer unkonventionell, spritzig und gespickt mit messerscharfen Kommentaren, folgen wir ihr in die Vergangenheit. Eine schlichte Erzählung darf man bei der Weltenbürgerin nie erwarten. Eruptiv springen ihre Gedanken von einer Episode zur nächsten. Anders als in dem 2004 erschienen Werk konzentriert sie sich im ersten Teil des Buches auf umfassende Reflexionen ihrer eigenen Geschichte. Im zweiten Teil ändert sich ihr Ton. Fast ohne jeden Hauch von Ironie beschreibt sie ihre Abkehr vom Leben, als sie der Magersucht verfällt. Soviel Schwermut hätte man bei der belgischen Autorin gar nicht erwartet. „Biographie des Hungers“ ist in dieser Hinsicht ein eher ernstes Werk geworden. Nimmt sie sonst fiktive Figuren wie den Mörder Prétextat Tach in „Die Reinheit des Mörders“ zur Hilfe, um Abgründe des menschlichen Daseins zu ergründen, bleibt sie nun bei sich selbst und erzählt ergreifend, wie sie vom Tod in das Leben zurückfand. „Biographie des Hungers“ ist ein Muss für die begeisterten Leser von Amélie Nothomb.
