Die Bienenhüterin

The Secret Life of Bees

Die Bienenhüterin

Autor Sue Monk Kidd Genre Roman
Verlag btb
ISBN 978-3-442-73281-4
Übersetzung Astrid Mania Erscheinungsdatum (D) 2005   
Erschienen 2002  Seiten 352

Inhalt

South Carolina, Sylvan im Jahr 1964: Lily lebt seit 14 Jahren mit ihrem Vater T. Ray in der Gewissheit zusammen, dass er sie nicht liebt. Anders kann es gar nicht sein. Denn er verbietet ihr alles was ihr Freude bringen könnte, lässt sie den ganzen Tag in der brütenden Hitze Pfirsiche verkaufen und lesen darf sie auch nicht.

Als ihre farbige Haushälterin Rosaleen beschließt, sich ins Wählerverzeichnis einzutragen, will Lily sie unbedingt begleiten. Doch kaum sind sie in der Stadt angekommen, gibt es Ärger mit drei Rassisten, und Rosaleen landet im Gefängnis. Auf Lily wartet ihr wütender Vater, aber sie flieht mit Rosaleen, und zusammen gelangen sie nach Tiburon. Der einzige Anhaltspunkt, dass dieser Ort etwas mit Lilys früh verstorbener Mutter zu tun hat, ist eine farbige Marienstatue. Ihr Weg führt sie direkt zur Bienenzüchterin Augusta Boatwright und ihren Schwestern May und June. Die beiden Ausreißer werden aufgenommen, ohne dass viele Fragen gestellt werden und für Lily eröffnet sich eine völlig neue Welt in der sie das erste Mal Liebe erfährt. Ihr Wunsch, etwas über ihre Mutter herauszufinden könnte dieses Glück gefährden. Lily muss sich zwischen Sicherheit und der Wahrheit entscheiden...

Buchkritik von Jane Fritsche

Jane vergibt 5 von 5 Bs Sue Monk Kidd erzählt in ihrem Südstaaten-Roman „Die Bienenhüterin“ eine Geschichte über das Leben im Allgemeinen und die Erfahrungen eines 14jährigen Mädchens beim schwierigen Weg, erwachsen zu werden. Ihre Figuren stecken voller Geheimnisse, die den Leser Stück für Stück und immer tiefer in die Seiten des Romans entführen. Lily ist als Mädchen ein leidgeprüften Trotzkopf, das sich zum brodelnden Vulkan entwickelt, je näher sie ihrem Ziel kommt. Es gibt keine Stelle im Buch, in der die Charaktere unglaubwürdig geraten, immer will der Leser wissen, wie es im turbulenten Leben von Bienenhüterin Augusta und ihrem Schützling weitergeht. Die Konstellation aus bewegenden Themen wie Schuld und Vergebung, Liebe an Orten wo man sie nicht erwartet, sowie die gesellschaftlichen Veränderungen mit der Gleichsetzung Farbiger – alles wird sensibel und mit viel Humor aufgearbeitet, ohne kitschig zu sein. Gekonnt abgerundet mit einer gefühlvollen Liebesgeschichte, die es eigentlich nicht geben darf.

Der großartige Einfall, jedes Kapitel mit einer Episode aus dem Leben der Bienen einzuleiten, ist zugleich eine Einstimmung auf den jeweiligen Verlauf der Geschichte. So erfährt der Leser mehr über das Mysterium eines Bienenstaat und zugleich fungieren die Bienen als ein Bindeglied zur Gefühlswelt der Figuren.

Neben der Imkerkunde, die ganz nebenbei vermittelt wird und Bienen als die wertvollsten Wesen der Welt erscheinen lassen, bringt Kidd dem Leser eine intensive, doch nicht rührselige Geschichte, die berührt und nachdenklich macht. Wie kleine Brotkrumen streut sie Lebensweisheiten zwischen die Seiten. Einzig das Motiv der Gottesliebe ist für Atheisten etwas schwierig, aber Sue Monk Kidd gibt ihr nie soviel Raum, dass sie aufdringlich wirkt. Ein mehr als gelungener Roman.

Wissenswertes

Sue Monk Kidd schrieb 1996 ihr erstes Buch über ihre spirituellen Erfahrungen als Christin. „Die Bienenhüterin“ („The Secret Life of Bees") ist ihr zweites Buch und wurde 2009 mit Dakota Fanning, Queen Latifah und Jennifer Hudson in den Hauptrollen verfilmt. Ihr dritter Roman „Die Meerfrau“ („The Mermaid Chair“) wurde bereits 2006 mit Kim Basinger unter dem TV-Titel „Das Geheimnis der Meerjungfrau“ verfilmt.

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