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Kommende Buchkritiken
Wer die Ruhe stört
The Behaviour of Moths
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Autor
Poppy Adams
Genre Roman
Verlag Hoffmann und Campe ISBN 978-3-455-40120-2 Übersetzung Rita Seuß Erscheinungsdatum (D) August 2008 Erschienen 2008 Seiten 364 |
Inhalt
Die berühmte, allerdings etwas verschrobene Schmetterlingsforscherin Virginia Stone führt ein abgeschiedenes Dasein auf Bulburrow Court. Ihr ganzes Leben hat die alte Dame auf dem Familiensitz verbracht und seit dem Tod ihrer Eltern lebt sie dort ganz alleine. Obwohl das große Herrenhaus mittlerweile baufällig und ziemlich heruntergekommen ist, kommt Virginia mit ihrem Einsiedlerdasein hervorragend zurecht. Als sich ihre Schwester Vivien ankündigt, die sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat, ist Virginia zunächst sehr erfreut, war Vivien doch immer ihr Augenstern.
Als allerdings die erste Wiedersehensfreude verflogen ist und Virginia klar wird, dass Vivien vorhat, für immer auf Bulburrow Court zu bleiben, verwandelt sich die Freude, die Schwester wieder bei sich zu haben, zusehends in Misstrauen. Warum ist Vivien tatsächlich zurückgekehrt? Wie viel weiß sie vom finsteren Familiengeheimnis, das Virginia erfolgreich verdrängt hat? Ungefragt erstehen dunkle Erinnerungen vor Virginias Augen und die Schmetterlingsfanatikerin fühlt sich mehr und mehr von ihrer Schwester gestört. Ihre penibel gehütete Ordnung gerät allmählich aus den Fugen – und das kann Virginia nicht zulassen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
In ihrem ersten Roman schuf Poppy Adams eine Protagonistin, über die man herzhaft schmunzeln kann. Wer die Bücher von Ingrid Noll kennt, wird sich unwillkürlich an eine Rosemarie Hirte erinnert fühlen. Die Autorin beherrscht die Schilderung des einsiedlerhaften Lebens der verschrobenen Virginia und deren seltsamen Marotten derart meisterhaft, dass man sie geradezu vor sich sieht. Gleichzeitig spürt man von Anfang an, dass man es hier mit einer lebenden „Zeitbombe“ zu tun hat, dass der vorgebliche Frieden täuscht. Die kontinuierlichen Andeutungen eines finsteren Geheimnisses, das im dunklen Gemäuer von Bulburrow Court lauert bewirken, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
„Wer die Ruhe stört“ ist ein Roman, der in vielem an die typisch britische Manier einer Agatha Christie erinnert – es geht in erster Linie um die Figuren und deren Motive. Und diese Motive sind vor allem in der Vergangenheit der beiden Schwestern zu finden, wie man als Leser Stück für Stück und wohldosiert erfährt. Poppy Adams bringt einen so weit, dass man die Spannung, endlich erfahren zu wollen, was denn eigentlich passiert ist, kaum noch aushalten kann. Umso enttäuschender ist dann allerdings das Ende dieses Romans, das zu wenig aufklärt und den Leser mit vielen Fragen zurücklässt. Schade, denn „Wer die Ruhe stört“ ist ein wirklich spannender Roman, der ein etwas spektakuläreres Ende verdient hätte.
