Lieber wütend als traurig - Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof

Lieber wütend als traurig - Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof

Autor Alois Prinz Genre Biographie
Verlag Gulliver
ISBN 978-3-407-74012-0
Erscheinungsdatum (D) 2003   
Erschienen 2003  Seiten 328

Inhalt

Wer kennt den Namen Ulrike Marie Meinhof nicht? Zusammen mit ihren Kollegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Horst Mahler galt sie als Gründungsmitglied und Führungsperson der Rote Armee Fraktion (RAF), deren ideologisches Konzept sie maßgeblich verfasste. Doch bevor es 1970 dazu kam, war sie als Journalistin tätig und wurde sogar Chefredakteurin der Zeitschrift „konkret“. Diese Biografie beschäftigt sich eingehend mit der Person Ulrike Meinhof. Angefangen bei ihrer Jugend, bis hin zu dem politischen Umbruch.

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Bs Der bekannte Biografieautor Alois Prinz nähert sich der Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof auf sehr sachte Art und Weise. Bereits im Prolog stellt er sein Vorgehen, die Biografie der linken Terroristin zu schreiben, vor. Er sitzt gerade im Zug und befindet sich auf der Reise zu den einzelnen Lebensorten Meinhofs. Mit seiner Biografie „Lieber wütend als traurig“ will er der Frage auf die Spur gehen, warum Ulrike Meinhof zu einer Terroristin wurde. Er fängt bei ihrer Jugend an, schildert ihre berufliche Laufbahn bis hin zu ihrer Position als Chefredakteurin der Zeitschrift "konkret" und beschreibt den großen Bruch, ab dem Meinhof als Terroristin galt, die bundesweit gesucht wurde. Dabei ist er stets bemüht, objektiv zu bleiben und kein Urteil über Meinhofs Schaffen zu fällen. Hauptsächlich wirft Prinz sein Augenmerk auf die polische Laufbahn und lässt nur selten etwas von dem Privatleben Meinhofs durchscheinen. Ob ihm dazu die nötigen konkreten Informationen fehlten, ist unklar aber zu vermuten. Um möglichst authentisch zu wirken, spickte er seine Biografie stattdessen immer wieder mit Zitaten, die den Wahrheitsgehalt dieser Zeilen gut unterstreichen. Nach der letzten Seite ist man dennoch nicht ganz sicher: Hat man den Charakter Ulrike Marie Meinhof wirklich begriffen und durchschaut? Wohl eher nicht, denn dazu zeigt dieses Buch zu sehr die Außenansicht der RAF-Terroristin. Wer sie wirklich war, welcher Mensch hinter dem bekannten Gesicht steckte, bleibt auch nach der Lektüre offen. Dafür bekommt man aber einen guten Einblick in die Zeit der "68er", der lehrreich ist und unter Umständen einige Wissenslücken schließen kann.

Wissenswertes

Autor Alois Prinz "Lieber würtend als traurig - Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof" gewann den Deutschen Jugendliteraturpreis.

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