Deutschlands sexuelle Tragödie - Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist

Deutschlands sexuelle Tragödie - Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist

Autor Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher Genre Sachbuch
Verlag GerthMedien
ISBN 978-3-86591-346-3
Erscheinungsdatum (D) September 2008   Seiten 187

Inhalt

Bernd Siggelkow, Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“ in Berlin und Wolfgang Büscher, der Pressesprecher der Organisation, zeigen anhand vieler konkreter Fälle auf, wie sehr Kinder und Jugendliche immer mehr in die sexuelle Verwahrlosung abrutschen.
Die fünfzehnjährige Jessie etwa prahlt damit, schon mit 51 Jungs geschlafen zu haben – ihre nur fünfzehn Jahre ältere Mutter geht vor der Tochter völlig freizügig mit Sex um. Aileen musste im Alter von elf Jahren gar schon mit ihrer Mutter und deren damaligem Freund ins Bett. Hendrik erzählt, wie einmal ein Freund von ihm sich in seine Mutter „verguckt“ hat, und wie die daraufhin mit dem Jungen Sex hatte. Die sechzehnjährige Fanny hatte mit zehn Jahren zum ersten Mal Sex und schaut zusammen mit ihrer Mutter schon seit Jahren regelmäßig Pornos…

Anhand all dieser Beispiele zeigen die Autoren auf, wie früh Kinder schon mit Sex konfrontiert werden und wie sie dadurch emotional immer mehr verkümmern. Viele dieser Kinder und Jugendlichen wissen gar nicht, was Liebe ist und sind auch nicht in der Lage, sich emotional auf einen anderen Menschen einzulassen. Neben den vielen Fallbeispielen zeigen die Autoren aber auch Wege aus diesem gesellschaftlichen Dilemma auf.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Wer dieses Buch liest, wird sich irgendwann die Frage stellen, ob es denn in Deutschland überhaupt noch so etwas wie Kindheit gibt. Auch wenn klar ist, dass diese Beispiele aus Berlin extreme Fälle sind, spiegelt sich hier doch eine gesellschaftliche Entwicklung wieder, die mehr als beängstigend ist. Wo Kinder früher vielleicht zu sehr von jeglichen sexuellen Themen abgeschottet wurden, haben wir es nun ganz offensichtlich mit dem anderen Extrem zu tun.

Während der Lektüre dieses Buch wird deutlich, dass viele Kinder überhaupt nicht mehr geschützt werden vor Dingen, die sie ganz einfach noch nicht verarbeiten können. Das Ergebnis sind Frühreife, die Sex als Ware und als Ersatz für fehlende Liebe und Zuneigung sehen. Sex wird zur Droge und die Seele bleibt auf der Strecke. Wenn ein elfjähriges Mädchen sich Gedanken macht, ob es normal sei, weil es noch nie Sex hatte, wird das Ausmaß dieser verhängnisvollen Entwicklung deutlich. Sexuelle Verwahrlosung ist keineswegs ein Schlagwort, sondern bittere Realität.

Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses Buch viele Eltern erreichen möge, die den Mut aufbringen, ihre Kinder vor der um sich greifenden Hypersexualisierung zu schützen. Die Autoren Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher kann man nur zu dem Mut für ein solches Buch beglückwünschen und hoffen, dass all jene, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, am Glauben festhalten, dass es Wege heraus aus diesem Dilemma gibt.

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