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Kommende Buchkritiken
Buddenbrooks - Verfall einer Familie
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Autor
Thomas Mann
Genre Roman
Verlag S. Fischer ISBN 3-10-348124-1 Erscheinungsdatum (D) 1903 Seiten 759 |
Inhalt
Die Geschäfte der Getreidefirma Buddenbrook florieren, und das ist vor allem dem Unternehmungsgeist des klugen Johann Buddenbrook zu verdanken. Nach dessen Tod übernimmt sein Sohn, Konsul Johann Buddenbrook die Geschäfte, der als Kaufmann allerdings nicht sonderlich erfolgreich ist. Sein Sohn Thomas, ein kluger aber physisch sehr labiler junger Mann, wirkt schon bald in der Firma mit, wohingegen der jüngere Sohn Christian und Tochter Tony dem Vater mit ihrer Verschwendungssucht große Sorgen bereiten. Die jüngste Tochter Clara, eine ruhige, ernste junge Frau, stirbt schon kurz nach ihrer Hochzeit an Gehirntuberkulose. Aus Pflichtbewusstsein dem Vater gegenüber willigt Tony in die Ehe mit dem Geschäftsmann Grünlich ein, der sich schon bald als übler Betrüger erweist und seinem Schwiegervater erhebliche geschäftliche Verluste einbringt. Tony lässt sich scheiden und kehrt mit ihrer Tochter zurück ins Elternhaus. Als Thomas Senator wird, erreicht das gesellschaftliche Ansehen der Familie Buddenbrook seinen Höhepunkt. Doch schon lange spielt Thomas nur noch seine Rolle, innerlich ist er völlig zerrissen zwischen seiner künstlerischen Empfindsamkeit und dem bürgerlichen Leistungsdenken. Diese Zerrissenheit kostet den Senator schließlich seine Gesundheit und auch sein Sohn Hanno kann nicht verhindern, dass die Familie Buddenbrook mit ihren bürgerlichen Werten der kapitalistischen Bourgeoisie in Gestalt der aufstrebenden Familie Hagenström weichen muss.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Buddenbrooks“ gilt als Jahrhundertroman, ist in den Jahren 1897 bis 1900 entstanden und bedeutete für Thomas Mann die endgültige literarische Anerkennung. Das im Untertitel genannte Thema „Verfall einer Familie“ wird an vier Generationen einer Lübecker Kaufmannsfamilie dargestellt, wobei die vier Kinder Thomas, Christian, Tony und Clara mehr oder minder offen den unaufhaltsamen Verfall der Buddenbrooks symbolisieren. Mann gelingt es meisterhaft, den Wandel des Zeitgeistes, den Generationenwechsel und die Entwicklung der einzelnen Charaktere völlig klar und differenziert zu beschreiben, was „Buddenbrooks“ zu einem realistischen bürgerlichen Roman macht. Vor allem der Gegensatz zwischen bürgerlicher und künstlerischer Lebensform ist ein zentrales Thema – Mann schildert anschaulich den Verfall bürgerlicher Werte und die daraus resultierenden Folgen für seine Charaktere. Somit ist „Buddenbrooks“ vor allem ein als Familien-Saga verkleideter Gesellschaftsroman, der am geschäftlichen und gesellschaftlichen Höhepunkt der Familie beginnt und mit deren Untergang endet. Die Handlung erstreckt sich über rund vierzig Jahre und zeigt, wie die Familie Buddenbrook innerhalb von vier Generationen geistig, körperlich und moralisch verfällt. Thomas Manns Talent, seine wunderbaren und komplexen Figuren zu beschreiben und dramatische Konflikte heraufzubeschwören sucht seinesgleichen und kann nur mit dem Ausdruck meisterhaft umfasst werden! Viele mögen sich von dem mehr als 700 Seiten umfassenden Werk abgeschreckt fühlen, doch Manns lebendiger Erzählstil und sein beinahe schon philosophischer Scharfsinn bewirken, dass der Leser sehr schnell in die Welt der Buddenbrooks abgleitet – und erst am Ende langsam wieder daraus auftaucht. Sicherlich ist „Buddenbrooks“ nicht gerade ein literarisches Leichtgewicht, doch seine große Komplexität und Fülle machen es zu einem Meisterwerk der deutschen Literatur.
Wissenswertes
Thomas Mann war erst Mitte zwanzig, als er diesen Roman schrieb, für den er 1929 den Nobelpreis erhielt.


