Die Arbeit der Nacht

Die Arbeit der Nacht

Autor Thomas Glavinic Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-13694-5
Erscheinungsdatum (D) 2006   
Erschienen 2006  Seiten 394

Inhalt

Das allmorgendliche Ritual beginnt für Jonas mit dem Gang zum Briefkasten – keine Zeitung. Fernseher an – weißes Rauschen. Radio an – Rauschen. Internet – es kann keine Verbindung hergestellt werden. Telefon – niemand nimmt ab. Das mulmige Gefühl von Jonas verdichtet sich weiter, als er seine Wohnung verlässt und alleine ist: Supermärkte – leer. Bahnhof – verlassen. Einkaufsstraßen – Stille. Nach kurzer Zeit ist Jonas klar, dass er der einzige Mensch in Wien zu sein scheint. Doch was ist passiert und gibt es vielleicht in anderen Städten noch Überlebende? Auf der Suche nach den Antworten begibt sich Jonas auf eine abenteuerliche Reise, die ihn mit der Zukunft ebenso konfrontiert wie mit der Vergangenheit.

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Bs Autor Thomas Glavinic ist mit seinem Roman „Die Arbeit der Nacht“ Hervorragendes gelungen: Mit nur einem Protagonisten, nur einer Figur, liefert er scheinbar mühelos eine Geschichte ab, die es wahrlich in sich hat. Wer vermutet, dass es langweilig oder gar unspektakulär werden könnte, täuscht sich gewaltig. Glavinic versteht es wunderbar, mit seinem Leser ein heimtückisches Spiel zu spielen. Ebenso wie Protagonist Jonas lässt der Autor auch seinen Leser im Dunkeln tappen. Die zwei Fragen nach dem „Was ist passiert?“ und „Ist Jonas wirklich der letzte Mensch auf Erden?“ sind dabei Dreh- und Angelpunkt des kompletten Romans und reichen als Spannungsträger auch gänzlich aus. Während die Zeilen zu Beginn noch harmlos und leichtfüßig wirken, beschwören sie nach einigen Kapiteln eine paranoide Atmosphäre herauf, die unheimlicher ist als bei so manchem Thriller oder Krimi. Dabei gelingt es Thomas Glavinic sogar, dass der Spielplatz, die österreichische Hauptstadt Wien, so ganz und gar nicht leblos erscheint. Im Gegenteil: Hinter jedem Haus, gar hinter jedem Gegenstand vermutet der Leser ein Zeichen von Zivilisation und Leben. Glavinic nimmt sich viel Zeit, um die Umgebung von Joans zu beschreiben, so dass man sich schnell und mühelos ein Bild der Situation machen kann. Selten leidet, fühlt und lebt man bei einem solch, im Grund sehr minimalistischen Buch, so sehr mit wie bei „Die Arbeit der Nacht“. Fantastisch und schlicht großartig! Mit Thomas Glavinic haben wir einen Autor entdeckt, der sein Handwerk wahrlich meisterhaft beherrscht.

Wissenswertes

"Die Arbeit der Nacht" stand in Österreich auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Interview mit Thomas Glavinic (2009).

Jetzt die Buchkritik zu "Das Leben der Wünsche" lesen:
Das Leben der Wünsche

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