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Kommende Buchkritiken
Warum unsere Kinder Tyrannen werden Oder: Die Abschaffung der Kindheit
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Autor
Michael Winterhoff
Genre Ratgeber
Verlag Gütersloher Verlagshaus ISBN 978-3-579-06980-7 Erscheinungsdatum (D) 2008 Seiten 191 |
Inhalt
Kleinkinder, die sich ihren Eltern gegenüber wie kleine Tyrannen benehmen, hilflose Eltern, die nicht mehr in der Lage sind, ihrem Nachwuchs Grenzen aufzuzeigen, Schulkinder, die keinen Respekt mehr vor ihren Lehrern haben und Jugendliche, die nicht mehr ausbildungsfähig sind. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren hätte man über solche „Horrorszenarien“ nur den Kopf geschüttelt, heute sind sie leider bittere Wirklichkeit.
Winterhoff zeigt auf, wie gesellschaftliche Fehlentwicklungen verhindern, dass Erwachsene sich gegenüber den Kindern abgegrenzt, strukturierend und damit adäquat verhalten. In seiner Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung zeigt Michael Winterhoff den emotionalen Missbrauch der heutigen Kinder auf, was er mit vielen Fallbeispielen aus der eigenen Praxis belegt. Außerdem macht der Autor klar, welche Maßnahmen die für die Kindererziehung Verantwortlichen ergreifen müssen, damit unsere Kinder wieder im positiven Sinne lebensfähig werden.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Wir alle kennen sie, die Hilflosigkeit angesichts der immer häufiger auftretenden Fälle von randalierenden Jugendlichen, von Schülern, die ihre Klassenkameraden derart drangsalieren, dass die nachts nicht mehr schlafen können. Wir schütteln den Kopf über Kinder im Supermarkt, die ihren Eltern auf dem Kopf herumtanzen und über junge Erwachsene, die nicht mehr in der Lage sind, eine Ausbildung zu machen und sich zu lebensfähigen Menschen zu entwickeln. Wir werden in der neueren Zeit mit einer Entwicklung konfrontiert, die uns Angst macht, die die Frage aufkommen lässt, wohin uns diese gesellschaftliche Entwicklung führen wird. Dr. med. Michael Winterhoff, der seit zwanzig Jahren als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in eigener Praxis niedergelassen ist, macht deutlich, dass wir uns alle wieder von der Sehnsucht, unsere Kinder zu Partnern zu machen, verabschieden müssen. In anschaulichen Beispielen macht er dem Leser klar, dass hier das Hauptproblem liegt, dass Erwachsene, die sich nicht abgrenzen und den Kindern klare Strukturen aufzeigen können, den Nachwuchs damit heillos überfordern und ihm den Übergang aus der frühkindlich-narzisstischen Phase in die nächste Entwicklungsstufe verwehren.
Nicht mit allem, was der Autor in seinem Buch behauptet, werden in der Erziehungsarbeit Tätige einverstanden sein. Erziehung ist ein weiter Begriff, den man nicht immer in richtig oder falsch unterteilen kann. Doch trotzdem ist „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ ein äußerst wertvolles Buch, denn vor allem anhand der sehr eindrücklichen Fallbeispiele fällt es dem Leser manchmal buchstäblich wie Schuppen von den Augen. Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für alle werden, die mit der Erziehung von Kindern betraut sind, denn jeder macht Fehler in der Erziehungsarbeit und Winterhoffs klare Aussagen machen es einem möglich, sein Verhalten immer wieder zu korrigieren.
Eines ist einem am Ende dieses Buches jedenfalls klar: Kinder brauchen keine Eltern, die sie wie Partner und somit gleichberechtigt behandeln. Was unsere Kinder brauchen, sind Erwachsene, die ihnen klare Strukturen aufzeigen und ihnen helfen, aus ihrer jeweiligen kindlichen Entwicklungsphase in die nächste zu wechseln.
