Die Piratenkönigin

The Pirate Queen

Die Piratenkönigin

Autor Diana Norman Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 3-423-20879-1
Übersetzung Hanna Neves Erscheinungsdatum (D) 1995   
Erschienen 1991  Seiten 845

Inhalt

In der Herrschaftszeit von Königin Elisabeth I herrschten raue Zeiten. Die kleine Barbary Clampett schlägt sich tapfer als Junge verkleidet durch die Strassen Londons um zu überleben. Plötzlich taucht der Lord Schatzkanzler in ihrem Leben auf und holt sie aus der Gosse. Sie genießt, noch immer als Junge verkleidet, eine aristokratische Ausbildung und lernt, sich in gehobener Gesellschaft zu bewegen. Barbary ahnt nichts vom Plan der Herrscherin über England und Irland, sie als Vermittlerin nach Irland zu schicken um ihre rebellierende Großmutter Grace O´Malley zur Loyalität gegenüber England zu bewegen. Denn die Königin weiß von einem verborgenen Schatz in Irland und Barbary scheint der Schlüssel zu sein: sie ist die lang vermisste Erbin des Schatzes des O´Flaherty Clans und die verschwundene Enkelin der irischen Piratenkönigin Grace. In Irland - unter englischem Auftrag - erfährt Barbary von ihrer irischen Herkunft und hört in ihrer Brust zwei Herzen schlagen. Noch dazu verliebt sich Barbary in den irischen Rebellen Conn O´Hagan...

Buchkritik von Cindy Lambelet

Cindy vergibt 5 von 5 Bs Diana Norman schafft es in diesem Buch, das so oft harte Leben eines Piraten dem Leser so nahe zu bringen, dass er es förmlich miterleben kann. Es ist eben nicht nur das berühmte „Entern und Kentern“, wie man es aus Filmen vielleicht kennt. Besonders betont wird diese Sonderstellung auch noch durch den Perspektivenwechsel: Es sind nicht nur Männer die hier das Überleben ihrer Familien sicher, nein die Protagonistin ist eine Frau! Und auch die wichtigen Nebenpersonen um Barbary Clampett herum sind weiblicher Natur. Genau hier gelingt es der Autorin besonders gut, eine Verbindung herzustellen: einerseits denken und handeln die Charaktere wie Frauen, andererseits benehmen und äußern sie sich wie Männer. Fantastich gemacht von Diana Norman.

Aber nicht nur Piraterie ist hier das Thema. Dadurch, dass die Hauptperson in der Gosse aufwächst und ihre Finger besonders lang machen muss um zu überleben, wächst der Leser mit Barbary auf. Er entwickelt sich mit ihr und lernt auch das aristokratische Leben, bis ins kleinste Detail geplant und vorgeschrieben, kennen. Plötzlich muss sich ein Mädchen aus der untersten Gesellschaftsschicht mit tausend Regeln und Verboten auseinandersetzen und ihr Leben für Dienste an der Königin komplett umstellen. Diana Norman schafft es hier einmal mehr, gesellschaftliche Brücken so gekonnt zu überspringen, dass der Leser mitgerissen wird und anfängt, wie Barbary, aristokratischer zu denken.

Als sich die Hauptdarstellerin dann auch noch verliebt ist, der Leser schon mitten im Zwiespalt dieser Zeit. So genial verbindet die Autorin mehrere Gegensätze in einer Person: Mann-Frau, Diebin- Aristokratin, Liebe-Rebellenkrieg, Kind-unfreiwillige Mutter. Ein ganz toll geschriebenes Buch. Auf jeden Fall lesenswert!

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