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Kommende Buchkritiken
Der norwegische Gast
1222
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Autor
Anne Holt
Genre Krimi
Verlag Piper ISBN 978-3-492-04693-0 Übersetzung Gabriel Haefs Erscheinungsdatum (D) August 2008 Erschienen 2007 Seiten 318 |
Inhalt
Kurz vor dem norwegischen Bergdorf Finse entgleist der einzige Zug, der dorthin unterwegs ist, in einer Schneewehe. Seit Stunden tobt ein fürchterlicher Schneesturm und es gibt keine andere Möglichkeit, als die Passagiere in einem Hotel in Finse einzuquartieren. Unter ihnen befindet sich die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die sich wie alle anderen Reisenden wundert, dass es offensichtlich einen Extrawaggon gegeben hat, dessen Passagiere allerdings spurlos verschwunden sind. Es scheint eine Verbindung zu geben zu den Wachen, die vor einem abgelegenen Trakt des Hotels stehen. Die Frage stellt sich natürlich, wer hier beschützt werden muss – die königliche Familie oder gar Menschen, die eine akute Gefahr für die Reisenden bedeuten könnten?
Dann geschieht ein Mord im eingeschneiten Hotel, ein durch die Medien bekannter Pastor liegt tot im Schnee. Natürlich bricht nun Panik unter den unfreiwilligen Hotelgästen aus und Hanne Wilhelmsen wird, ob sie nun will oder nicht, in das Geschehen hineingezogen. Sie ahnt, dass es nicht bei diesem einen Mord bleiben wird und als sie glaubt, einen glaubwürdigen Zeugen gefunden zu haben, wird auch der ermordet. Während es ohne Unterlass weiter schneit und stürmt, läuft Wilhelmsen allmählich die Zeit davon.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Der norwegische Gast“ ist eine herrliche und manchmal auch augenzwinkernde Hommage an die klassischen Kriminalromane, die wir alle so lieben. Immer wieder fühlen wir uns während des Lesens an Agatha Christies charismatische „Spürnasen“ Hercule Poirot und Miss Marple erinnert. Eine zusammen gewürfelte Gemeinschaft von Menschen ist ganz offensichtlich mit einem Mörder eingesperrt, jeder fragt sich misstrauisch, ob nicht etwa der Tischnachbar der Täter ist. Diese Elemente kennen wir nur zu gut aus den guten alten Klassikern – und doch gibt Anne Holt dem Szenario ihre ganz eigene charakteristische Färbung.
„Der norwegische Gast“ ist ein skandinavischer Krimi mit britischem Charme, der ein wohliges Gefühl von Vertrautheit verursacht. Vor allem Hanne Wilhelmsen, die schmerzlich vermisste Kommissarin, die nun endlich wieder ihre grauen Zellen anstrengen darf, lässt die Herzen höher schlagen. Ihrem verschrobenen Charme kann man einfach nicht widerstehen, und ihre Selbstironie ist für manchen Lacher gut. Obwohl die Übersetzerin sich offensichtlich nicht zwischen der landestypischen Anrede mit „Du“ und dem deutschen „Sie“ entscheiden konnte, ist „Der norwegische Gast“ doch ein absolut gelungener Kriminalroman geworden, den man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben möchte.
Wissenswertes
In der Hanne-Wilhelmsen-Reihe sind weiterhin erschienen:
Das achte Gebot
Blinde Göttin
Selig sind die Dürstenden
Das einzige Kind
Im Zeichen des Löwen (mit Berit Reiss-Andersen)
Das letzte Mahl
(mit Berit Reiss-Andersen)
Die Wahrheit dahinter
Die Präsidentin
