Die geheimen Briefe der Signora

Boccamurata

Die geheimen Briefe der Signora

Autor Simonetta Agnello Hornby Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-05079-1
Übersetzung Monika Lustig Erscheinungsdatum (D) September 2008   
Erschienen 2007  Seiten 312

Inhalt

Tito, der gerade seinen sechzigsten Geburtstag feiert, hat alles, was ein Mann sich nur wünschen kann: eine treu sorgende Ehefrau, die er innig liebt, wohlgeratene Kinder, die ihn schon zum Großvater gemacht haben, ein Leben in Wohlstand, eine feurige Geliebte und natürlich Tante Rachele. Sie hat Tito zeitlebens die Mutter ersetzt, heiratete nie und verzichtete ganz auf ein eigenes Leben. Nun verbringt sie ihren Lebensabend im Kreise von Titos Familie in der sizilianischen Villa.

Kurz, Tito könnte überglücklich sein und den wohlverdienten Ruhestand genießen. Doch dann bekommt er einen Anruf, der sein geordnetes Leben durcheinander bringt. Tito lernt Dante kennen, den Sohn einer alten Freundin von Tante Rachele – und mit ihm kommen Erinnerungen, die Racheles Seelenfrieden stören. Sie wird an eine Zeit erinnert, in der sie jung war und der Liebe ihres Lebens begegnete. Doch diese Liebe durfte nicht sein, weder Rachele noch ihr Geliebter durften jemals ihre Gefühle offen zeigen. Und jetzt, am Ende ihres Lebens, muss Rachele sich damit auseinandersetzen, dass ihr großes Geheimnis womöglich alles, was sie je für Tito getan hat, in Frage stellen könnte. Denn es gibt Geschehnisse, die auch den nachfolgenden Generationen ihren Stempel aufdrücken…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Eine große sizilianische Familiengeschichte voll von Sinnlichkeit, düsteren Geheimnissen und italienischer Leichtigkeit zieht hier den Leser in ihren Bann. „Die geheimen Briefe der Signora“ erzählt die Geschichte einer großen Liebe, die tabu ist, von der man sich aber dennoch wünscht, dass sie wahr werden könnte. Es gelingt der Autorin, die Gratwanderung zu meistern und die Augen des Lesers auf die eine ausschlaggebende Tatsache zu lenken: Liebe fragt nicht nach Regeln. Weder Vernunft noch Konventionen können verhindern, dass Gefühle sich ihren Weg suchen.

Voller Melancholie und leichtem Humor erzählt Agnello Hornby eine tragische Liebesgeschichte, die gleichzeitig eine heitere und menschliche Familiengeschichte ist. Sie handelt von lange gehüteten Geheimnissen, Geschwisterrivalitäten, Betrug und dem Unaussprechlichen, das hinter allem steht. Am Ende wird eines klar: Es ist wichtig zu wissen, wann man schweigen muss, wann man verzeihen muss und wann es an der Zeit ist, sich zu entscheiden. „Die geheimen Briefe der Signora“ ist kein besonders aufregender oder aufwühlender Roman und doch lässt er im Leser neue Gedanken entstehen, die Platz schaffen für ein bisschen mehr Toleranz und Akzeptanz. Ein durch und durch italienisches Lesevergnügen!

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