Bauchentscheidungen

Autor: Gerd Gigerenzer
Genre: Sachbuch
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-00937-6
Erscheinungsdatum (D) März 2007 Erschienen 2007
Seiten 283
Übersetzung Hainer Kober

Bauchentscheidungen Gut Feelings

Inhalt

Der Autor, Professor Gigerenzer, beschäftigt sich mit den Gründen, die bei uns Menschen dazu führen, Entscheidungen spontan zu treffen, ohne langes Abwägen von Für und Wider, basierend auf ausführlicher Hintergrundsinformation. Der Volksmund redet von Bauchentscheidungen; die Wissenschaft bevorzugt und operiert mit dem Begriff der Intuition. Gigerenzer versucht, populärwissenschaftlich an Hand zahlreicher Beispiele, den Beweis anzutreten, dass die menschliche Ratio der Intuition eben auch unterlegen sein kann.

Buchkritik von Gabriele  Frommholz

Zunächst einmal herbe Kritik an der Verwendung des Begriffs „Rekognitionsheuristik“!
Er wird so häufig wiederholt, dass einem das Lesen schon vergehen kann (insbesondere wenn man selbst kein Wissenschaftler ist).
Das Buch hat natürlich auch sehr interessante Sequenzen, die es zu erwähnen gilt. So gibt der Autor ab der Seite 169 Medizinern den guten Rat, sich doch mehr auf ihre Intuition zu verlassen, als ständig bei der Behandlung von Patienten ausschließlich nach der für sie günstigsten Abrechnungsmethode zu schielen. Dies ist schon eine gewagte Aussage, spricht vielen Kranken, auf Ärzte angewiesene Menschen, aber sicher aus der Seele. Alle 11 Kapitel des Buches beginnen mit zur jeweiligen Überschrift passenden Zitaten. Kapitel 1 beginnt mit einem Spruch von Blaise Pascal: „Das Herz hat seine Gründe,
die der Verstand nicht kennt.“ Diese Aussage ist, obwohl schon mehrere hundert Jahre alt, aktuell immer noch gültig. Müssen wir denn alles, aber auch alles mit wissenschaftlichen Methoden akribisch erklären? Gerne nehme ich dafür in Kauf in eine romantische Ecke gestellt zu werden!
Anerkennung gebührt dem Autor für die große Mühe, die er sich über einen langen Zeitraum mit dem Thema gegeben hat. Beglückwünschen kann man ihn auch zu seiner Familie, deren massiver Unterstützung er sich bei der Entstehung des Buches jederzeit sicher sein konnte.
Zu der langen Liste der Danksagungen eine Bemerkung, die sinngemäß von Dennis Scheck (Buchbesprechungen im Deutschlandradio) stammt. Er äußert den Verdacht, dass alle Mitarbeiter, die ja auch potentielle Konkurrenten sind, weggelobt werden sollen, damit man dann als Einziger im Literaturolymp landet! Dem kann ich mich nur anschließen.

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