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Kommende Buchkritiken
Das stille Mädchen
Den stille pige
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Autor
Peter Høeg
Genre Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3499247071 Übersetzung Peter Urban-Halle Erscheinungsdatum (D) 2007 Erschienen 2006 Seiten 496 |
Inhalt
Kasper Krone, der berühmteste Clown Europas, arbeitet als Musiktherapeut mit Kindern und wird von der Steuerfahndung gejagt. Seitdem er als Kind einen schweren Unfall hatte, verfügt er über ein einzigartiges Gehör. Er ist in der Lage zu erkennen, auf welchen Grundton die Seele eines Menschen gestimmt ist und kann so die Charaktereigenschaften eines Menschen erahnen. Als ihm die neunjährige KlaraMaria anvertraut wird, erkennt Kasper sofort, dass dieses stille Mädchen eine besondere Gabe besitzt. Von ihr geht eine einzigartige Stille aus, die Kasper zuvor noch bei keinem Menschen gehört hat. Doch dann wird KlaraMaria entführt und Kaper ahnt, dass es ihm unbedingt gelingen muss, das stille Mädchen zu finden, denn sonst wird etwas unvorstellbar Entsetzliches geschehen. Noch hat Kasper keine Ahnung davon, womit und vor allem mit wem er es hier tatsächlich zu tun hat, doch als er erfährt, dass zusammen mit KlaraMaria auch noch andere Kinder verschwunden sind, wird dem Clown klar, dass seine Gegenspieler mächtiger und vor allem grausamer sind, als er sich das je vorstellen konnte.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Eines gleich zu Anfang: Es ist nicht leicht, sich in Peter Hoegs verwirrender Welt von Verfolgungsjagden, Verschwörungen im großen Ausmaß und verschiedensten Klängen zurechtzufinden. Nicht ohne Grund ist im Anhang ein Personenregister beigefügt, das dem verwirrten Leser helfen soll, nicht ganz die Orientierung zu verlieren. Der Autor erschuf eine Geschichte, die in vielem an „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ erinnert und doch auch wieder ganz anders ist. Es wäre zu einfach, „Das stille Mädchen“ mit dem Untertitel „Kaper Krones Gespür für Töne“ zu beschreiben, doch auch dieser Held verfügt über eine besondere Gabe und ist dazu auserkoren, das Leben eines Kindes zu retten. Worum es in diesem Roman tatsächlich geht, wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind, das erfährt man allerdings erst nach und nach. Eine Tatsache, die die Lektüre etwas mühsam macht und doch einiges an Geduld und Durchhaltevermögen erfordert.
Hoeg entführt uns in eine Welt, die manchmal doch sehr absurd erscheint und bewegt sich dabei auf einem sehr schmalen Grat zwischen Märchen und Thriller. Es geht um große Themen wie Mystik, Gerechtigkeit, die Gier nach Macht und Spiritualität. Das alles verbindet der dänische Autor mit der rasanten und oftmals etwas absurd erscheinenden Suche nach einem kleinen Mädchen. Natürlich bleiben dabei auch gesellschaftskritische Töne nicht aus und Hoeg würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Ironie. All diese Aspekte tragen wenig dazu bei, der eigentlichen Geschichte eine gewisse Übersicht zu verleihen, was unweigerlich dazu führt, dass der Leser sich irgendwann in einem Nebel aus Krimi, Märchen und Mystik verliert. Schade, denn zweifelsohne ist Peter Hoeg einer der ganz großen Erzähler, der mit „Das stille Mädchen“ eine vielschichtige und spannende Geschichte geschaffen hat. Wer sich für diesen Roman die nötige Muse nimmt, der wird mit einem über weite Strecken wirklich spannenden und tiefgründigen Kriminalroman belohnt, der über eine einzigartige Atmosphäre verfügt und ganz offensichtlich großartig übersetzt wurde.
