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Der längste Tag
White Nights
|
Autor
Ann Cleeves
Genre Thriller
Verlag Rowohlt ISBN 978-3-499-24478-0 Übersetzung Tanja Handels Erscheinungsdatum (D) Juni 2008 Erschienen 2008 Seiten 416 |
Inhalt
Mittsommer auf den Shetlands. Die Künstlerinnen Bella Sinclair und Fran Hunter stellen in einer Vernissage in Biddista ihre Bilder aus. Es ist ein lauer Sommerabend, die Tage sind lang und die Nächte sehr hell – und trotzdem erscheint kaum jemand zu der Vernissage. Doch ein Fremder ist da, der vor dem Gemälde „Frau in Rot“ in Tränen ausbricht. Detective Jimmy Perez, der ebenfalls Gast der Ausstellung ist, kümmert sich noch um den verzweifelten Mann, doch dann ist dieser plötzlich spurlos verschwunden. Kaum jemand macht sich mehr Gedanken um den seltsamen Fremden, doch dann findet Kenny Thomson in einem Bootsschuppen einen erhängten Mann, der eine Clownsmaske trägt.
Jimmy Perez glaubt nicht, dass es sich um Selbstmord handelt und tatsächlich wird kurz darauf eine weitere Leiche gefunden. Es wird immer deutlicher, dass die Ursachen für die Morde in der Vergangenheit zu suchen sind und dass manch einer der Bewohner der Shetlands sehr daran interessiert ist, die Geister der Vergangenheit ruhen zu lassen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Ann Cleeves ist es gelungen, einen unheimlich dichten, mysteriösen und klug durchdachten Kriminalroman zu schreiben. „Der längste Tag“ zieht seine Stärke aus seinen ungewöhnlich lebendig wirkenden Figuren. Egal ob Detective Jimmy Perez, die Künstlerin Fran, die Exzentrikerin Bella oder die schüchterne Aggie – all diese Personen leben! Cleeves beweist großes Talent in der Zeichnung ihrer Charaktere, was diesen Roman unglaublich authentisch wirken lässt. Die Shetlands im Sommer scheinen der ideale Ort für mysteriöse Mordfälle zu sein – wie der Originaltitel „White Nights“ ja schon verrät, birgt er ausreichend Potential für unwirkliche Stimmungen und Bilder.
Auch wenn die Handlung über die eine oder andere Lücke und Unstimmigkeit verfügt, gelingt es der Autorin ohne weiteres, den Leser in den Sog der Geschichte zu ziehen. Sie verbindet gekonnt Aspekte aus Vergangenheit und Gegenwart und würzt das Ganze mit mystischen Elementen. Dabei belässt sie den Leser in einem permanenten Zustand aus dunklen Vorahnungen – die bedrohlichen Untertöne in dieser Geschichte sind kaum zu überhören. Gerade die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven führt dazu, dass der Leser immer wieder aufs Glatteis geführt und von der Auflösung dann völlig überrascht wird. „Der längste Tag“ ist ein wirklich gelungener Kriminalroman, der einen so schnell nicht wieder loslässt.
Wissenswertes
Ann Cleeves' "Shetland-Quartett" umfasst folgende Bände:
Die Nacht der Raben
Der längste Tag
Im kalten Licht des Frühlings
Sturmwarnung
