Nachtschwalbe

Nattskärran

Nachtschwalbe

Autor Kjell Eriksson Genre Krimi
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-21081-2
Übersetzung Paul Berf Erscheinungsdatum (D) September 2008   
Erschienen 2003  Seiten 349

Inhalt

In der Nacht zum 10. Mai tobt die entfesselte Zerstörungswut in der Fußgängerzone von Uppsala. Schaufenster werden zertrümmert und in einem Buchladen wird kurz darauf ein schrecklicher Fund gemacht: Ein junger Schwede wurde offensichtlich ermordet. Am nächsten Tag dann werden fremdenfeindliche Flugblätter in der Stadt verteilt, die die Schuld an den Geschehnissen auf jugendliche Einwanderer schieben.

Eine Herausforderung für die Kripo von Uppsala, die von Ann Lindell geleitet wird. Das Ermittlungsteam muss in verschiedene Richtungen recherchieren. Zum einen gibt es einen „dunkelhaarigen“ Verdächtigen, zum anderen wird ein junger Schwede verdächtigt, den Toten aus Eifersucht ermordet zu haben – er hatte ihm die Freundin ausgespannt. Während damit für einige Kollegen der Fall schon geklärt zu sein scheint, ist Ann Lindell nicht überzeugt von der Tat aus Eifersucht. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf Ungereimtheiten innerhalb des Polizeiapparats und bekommt dabei Hilfe von einer Seite, von der sie das nie vermutet hätte.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs „Nachtschwalbe“ gehört zu den Kriminalromanen, die versuchen, brandaktuelle politische Ereignisse mit einer Kriminalgeschichte zu kombinieren – und diese Aufgabe mit Bravour bestehen! Schwedens Probleme mit der rechtsradikalen Szene und die große Einwanderungsrate in das Land werden in diesem Roman ausführlich diskutiert und Eriksson zeigt auf, welche widersprüchlichen Weltanschauungen dabei aufeinander treffen. Vor allem durch seine unterschiedlichen Charaktere und die Figur des Ali, des Zeugen, dessen Bedeutung bis kurz vor Schluss verborgen bleibt, macht der Autor deutlich, wie kontrovers die Einwanderungsdebatte auch in Schweden geführt wird.

Beim Lesen wird klar, dass für Eriksson die Menschen im Vordergrund stehen, ihre Sorgen und Nöte, ihre ganz persönliche Motivation zu handeln und die Ängste, die dunklen Seiten, die in jedem von uns lauern. Vor allem seine sympathische Ermittlerin Ann Lindell steht hierbei im Mittelpunkt, durch ihren scharfen Verstand, gepaart mit weiblicher Intuition, bekommt die Geschichte erst Hand und Fuß. „Nachtschwalbe“ ist ein hochbrisanter Kriminalroman, der schwedische Erzählkunst mit orientalischen Weisheiten vereint.

Wissenswertes

Ann Lindell ermittelt in folgenden Fällen:

Nachtschwalbe
Der Tote im Schnee
Das Steinbett
Die grausamen Sterne der Nacht
Rot wie Schnee
Schwarze Lügen, rotes Blut
Offenes Grab

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