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Kommende Buchkritiken
Die Stimmen der Vergangenheit
El vuelo del hipogrifo
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Autor
Elia Barceló
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05072-2 Übersetzung Stefanie Gerhold Erscheinungsdatum (D) September 2008 Erschienen 2002 Seiten 520 |
Inhalt
Die Literaturforscherin Katia Steiner wird zur Nachlassverwalterin des Wissenschaftlers José María Valcárcel eingesetzt. Katia befindet sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben, das spürt sie ganz deutlich. Ihr ist klar, dass sie sich endlich von ihrer alten Beziehung, der sie immer noch nachtrauert, lossagen muss. Hier in Rom, wo sie den Nachlass des ungewöhnlichen Mannes durchsieht, fühlt sie sich endlich bereit, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und einen Neustart zu wagen. Doch schnell muss Katia erkennen, dass sie nicht die Einzige ist, die sich für Valcárcels Erbe interessiert. Einige mehr oder weniger dubiose Gestalten scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, an die in Katias Obhut befindlichen Dokumente heranzukommen. Als Katia immer weiter in José Marías Tagebücher vordringt, wird ihr klar, dass sie es hier mit etwas noch nie da gewesenem zu tun hat. Sie liest von unbekannten Welten, von Gemälden, die als Passagen dorthin dienen und vom „Club der Dreizehn“, dem Valcárcel offensichtlich angehörte. Zudem erfährt Katia von einer großen Liebe, die alle Grenzen des Erlaubten überschritt und dennoch gelebt werden wollte.
Ob sie will oder nicht wird die Literaturforscherin in den Sog der Ereignisse gezogen und erlebt Dinge, die mit ihrem alten Leben nichts mehr zu tun haben. Bald schon findet sie heraus, dass ein enger Vertrauter Valcárcels schon seit Tagen spurlos verschwunden ist. Die Lage wird immer brenzliger, denn Katia hat es hier mit Gegnern zu tun, die zu allem bereit sind, um in den Besitz von Valcárcels Dokumenten zu kommen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Die Stimmen der Vergangenheit“ gehört zu jenen großartigen Werken, die den Leser scheinbar mühelos in ihren Bann ziehen. Hier hält man endlich mal wieder ein unglaublich originelles und intelligent konstruiertes Buch in Händen. Die Handlung entwickelt sich ganz beiläufig, zieht immer weitere Kreise und führt den Leser in Welten, die er sich niemals hätte vorstellen können. Hier reiten Ritter in Rüstungen auf geflügelten Hippogryphen ins magische Terra incognita, werden Kämpfe um edle Damen ausgefochten und unbekannte Welten erforscht. Und doch spielt „Die Stimmen der Vergangenheit“ in der heutigen Zeit und hält auch immer geschickt die Balance zwischen den Welten. Die Geschichte, die sich hier entspinnt, steckt voller unglaublicher und raffinierter Wendungen, wartet mit immer neuen kraftvollen Figuren auf verbindet gekonnt Elemente der Zeitgeschichte mit historischen Momenten und einer Prise Phantasie. Zugleich wird eine verzweifelte Liebesgeschichte erzählt, die in der Vergangenheit spielt und dennoch so authentisch wirkt, als würde sie sich gerade eben ereignen.
Elia Barceló ist eine wahre Magierin der Worte, es gelingt ihr beinahe nebenbei, ihre Leser zu verzaubern und in fremde Welten zu entführen. Eine wunderschöne Sprache (die wir auch der großartigen Übersetzung zu verdanken haben) macht diesen Roman zu etwas Besonderem. Kaum möchte man dieses Buch mehr aus den Händen geben und legt es am Ende mit einem leichten Gefühl des Verlustes zur Seite. „Die Stimmen der Vergangenheit“ ist ein Roman, bei dem man nicht mehr nach dem Genre fragt, sondern einfach weiß, dass man es hier mit der absolut richtigen Mischung zu tun hat – von Anfang bis Ende nur gelungen!
