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Kommende Buchkritiken
Das schwarze Herz
Every Dead Thing
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Autor
John Connolly
Genre Thriller
Verlag Ullstein ISBN 3-548-25150-1 Übersetzung Jochen Schwarzer Erscheinungsdatum (D) 2000 Erschienen 1999 Seiten 524 |
Inhalt
Der New Yorker Detective Charles „Bird“ Parker erlebt das Furchtbarste, was man sich nur vorstellen kann: Während er sich in einer Bar sinnlos betrinkt, werden seine Frau und seine kleine Tochter auf unvorstellbar grausame Weise umgebracht. Der Killer arrangiert die Leichen wie ein Kunstwerk und nimmt ihre abgetrennten Gesichter mit. Bird ist nicht mehr in der Lage, seiner Arbeit nachzugehen, er quittiert den Dienst und schlägt sich von nun an mit Schuldgefühlen und Selbsthass herum. Der Wunsch, seine Lieben zu rächen, den Mörder aufzuspüren und Vergeltung zu üben, wird schier übermächtig. Offenbar möchte der Killer Kontakt zu Bird aufnehmen, er traktiert ihn mit perversen Anrufen. Das ermöglicht es Bird, immer tiefer in die kranke Gedankenwelt des „fahrenden Mannes“ einzudringen, der immer weiter mordet und es ganz offensichtlich auf Bird abgesehen hat.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Eines gleich zu Beginn: Die Idee dieses Buches ist nicht wirklich schlecht und hat einiges Potential für einen wirklich guten Thriller zu bieten. Doch an der Umsetzung hapert es dann leider. Offensichtlich konnte Connolly sich nicht so richtig entscheiden, in welchem Genre sein Roman denn nun angesiedelt sein soll. Denn obwohl hier alle wichtigen Elemente eines Thrillers vertreten sind, mischt der Autor die Geschichte mit einem deftigen Bandenkrieg und dem organisierten Verbrechen auf. Irgendwann verliert man beim Lesen schlicht und ergreifend den Überblick. Worum geht es denn nun eigentlich? Während der Protagonist den Killer seiner Familie nie aus den Augen verliert, erledigt er nebenbei noch diverse Kleinkriminelle und jagt die Oberhäupter verbrecherischer Syndikate. Wo der Zusammenhang zum eigentlichen Plot liegt, verschwindet immer mehr im nebelhaften Blutschleier der zahllosen Toten, die Birds Weg pflastern.
Und hier findet sich der zweite Schwachpunkt von „Das dunkle Herz“. Nach Herzenslust führt der Autor eine Figur nach der nächsten ein – nur um sie zwei Kapitel später schon wieder umkommen zu lassen. Wo der Sinn dieses Verschleißes der zum Teil wirklich interessanten Charaktere liegt, bleibt bis zum Schluss unklar. Wo man zu Beginn immer wieder verwirrt zurückblättert, in der Hoffnung, zu erfahren, wer denn nun Sciorra, Wallace, Rudy Fry, Remarr, oder wie sie alle heißen, sind, gibt man es irgendwann auf. Gegen Ende ist es einem dann nur noch egal – Hauptsache das brutale Aufschlitzen, Organe herausreißen, Gehirn verspritzen und sinnlose Rumballern hat endlich ein Ende. Schade, hieraus hätte wirklich mehr werden können. Es bleibt zu hoffen, dass Bird in den folgenden Romanen einige interessante Facetten hinzugewinnt und vom Superhelden-Status auf den Boden der Tatsachen zurückfindet.
Wissenswertes
Dieses Buch ist der 1. Band aus der Reihe "Ein Charlie-Parker-Krimi".
Die weiteren Bände sind:
Das dunkle Vermächtnis
Die weiße Straße
In tiefer Finsternis
Der brennende Engel
