Bis zum bitteren Ende

Until It´s Over

Bis zum bitteren Ende

Autor Nicci French Genre Thriller
Verlag C.Bertelsmann
ISBN 978-3-570-00939-0
Übersetzung Birgit Moosmüller Erscheinungsdatum (D) August 2008   
Erschienen 2008  Seiten 415

Inhalt

Astrid Bell fühlt sich in ihrer Londoner Wohngemeinschaft, in der sie zusammen mit sechs anderen Leuten lebt, so richtig wohl. Sie arbeitet als Fahrradbotin und hat schon oft genug erlebt, dass einer ihrer Kollegen im dichten Londoner Verkehr Opfer eines Unfalls wurde. Dann gerät sie eines Tages, als sie schon fast zu Hause ist, in genau diese Situation. Ausgerechnet eine Nachbarin von Alice öffnet ganz plötzlich ihre Autotür und verursacht so einen schweren Sturz. Doch glücklicherweise ist nur Alice Fahrrad total demoliert, Alice selber ist mit einigen Prellungen davon gekommen. Doch dann beginnt der Albtraum, denn am nächsten Tag ist die Unfallverursacherin tot, und als Alice einige Tage später ein Päckchen bei einer reichen Kundin abholen soll, findet sie diese ebenfalls ermordet vor. Etwas viele Zufälle, wie die Polizei findet, die einen Zusammenhang zwischen Alice und den Mordfällen sucht. Die Wohngemeinschaft, die sich sowieso gerade im Stadium der Auflösung befindet, gerät dadurch noch mehr in Aufruhr. Denn die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich nicht ausschließlich auf Alice, sondern auch auf deren Mitbewohner. Die Idylle verkommt immer mehr zur Hölle für alle Beteiligten, denn der Mordverdacht lässt Misstrauen und Argwohn untereinander aufkommen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Wieder einmal ist dem Autorenpaar Nicci Gerard und Sean French ein unglaublich dichter und stimmungsgeladener Thriller gelungen. Die Abgründe der einzelnen Figuren sind es, die diesen Roman tragen, die immer neue und noch schaurigere Möglichkeiten eröffnen. Dabei führt Nicci French seine Leser permanent in die Irre, Köder werden ausgelegt, die sich immer wieder als falsche Fährte entpuppen. Und so wird der Leser bis fast zum Schluss im Dunkeln gelassen.
Besonders reizvoll wird „Bis zum bitteren Ende“ durch den Wechsel der Perspektive im zweiten Teil des Buchs. Hier wird das Geschehen nicht länger aus Sicht von Astrid, der Protagonistin, erzählt, sondern von einer zweiten Person, die offensichtlich irgendwie am Verlauf der Dinge beteiligt ist – doch wer das ist, wird lange verschwiegen. Genau das ist es aber, was einem beim Lesen beinahe den Atem raubt – die Spannung wird dadurch schier unerträglich und steigert sich immer mehr.
Auch wenn die Auflösung dann beinahe etwas zu banal gerät und doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen ist, ist „Bis zum bitteren Ende“ ein weiterer großartiger Thriller von Nicci French, die mittlerweile zum Garant für hoch spannende und abgründige Unterhaltung geworden sind.

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