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Kommende Buchkritiken
Die Königin der Seidenstraße
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Autor
Agnes Imhof
Genre Historischer Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-49205-117-0 Erscheinungsdatum (D) September 2008 Seiten 480 |
Inhalt
"Die berühmteste Kayna des Ostens” - so wird Arib am Bagdader Hof genannt. Von allen Männern verehrt, kann sie sich rühmen, die einflussreichste Kurtisane seit langem zu sein, denn mit ihrem Gesang schafft sie es, selbst die großen Kalifen zu betören. Aber diesen Weg hat die junge Frau keinesfalls freiwillig eingeschlagen. Jahrelang auf der Flucht vor dem Mörder ihres Vaters gerät sie schließlich doch in seine Fänge - und wird geradewegs an den Hof des Herrschers gebracht. Dass sie als Tochter eines Adligen kein großes Verständnis vom allmächtigen Kalifen zu erwarten hat, kann sie bis dahin nicht ahnen. Doch trotz allen Übels, das ihr dort widerfährt, hält sie jetzt den Schlüssel in der Hand zu dem, wovon sie seit langem träumt: Rache zu üben an dem Mörder ihrer Familie.
Buchkritik von Karolin Kullmann
Mit Agnes Imhofs “Die Königin der Seidenstraße” ist endlich wieder ein Roman auf dem Historienbuchmarkt erschienen, der sich sehen lassen kann - weil er eben nicht mit typischen Klischees spielt. Allein der Einstieg macht Lust auf mehr: Spannend erschließt er uns den fernen Orient der Vergangenheit in all seinen schillernden Farben und ermuntert uns, tiefer in die Geschichte einzutauchen. So darf sich der Leser von exotischen Düften bis hin zu wertvollen Seidenkleidern und monumentalen Bauwerken in eine märchenhafte Welt ganz nach Art von 1001 Nacht entführen lassen. Vor allem Arib spielt in dieser eine entscheidende Rolle - nicht nur als Protagonistin, sondern auch als Verkörperung der orientalischen Weiblichkeit schlechthin. Durch ihren betörenden Gesang macht sie sich alle Männer untertan und wenn man weiß, dass die Autorin in klassischem Gesang ausgebildet ist, bekommt dies einen ganz neuen Klang. Nur wer die Musik liebt, ist fähig, die Töne mit so viel Leidenschaft und Wärme zu beschreiben wie sie. Wunderschön, aber durch ihren Erfolg auch affektiert und eitel verkörpert Arib keinen ebenen Charakter, sondern einen, der sich wandelt, launenhaft und unbeständig ist. Ob die echte Künstlerin, die als strahlende Diva in die arabischen Chroniken eingegangen ist, tatsächlich so war, bleibt dahingestellt, doch Agnes Imhof hat diesen Charakter wie auch alle anderen tragenden Figuren auf beeindruckende Art und Weise neu erschaffen. Zusammen genommen bilden sie das Grundgerüst am Königshof, der nicht nur von sinnlichem Luxus, sondern auch von Intrigen und Feindseligkeiten geprägt ist.
Dieser historische Roman hat also alles, was es zu einer mitreißenden Geschichte braucht, und man kann sich getrost in jene fabelhafte Welt verlieren, die einem sicher ein paar aufregende Stunden bescheren wird.
