Carmen

Carmen

Autor Prosper Mérimée Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-23770-2
Übersetzung Walter Widmer   
Erschienen 1845  Seiten 126

Inhalt

José arbeitet in Sevilla als Wachmann einer Tabakfabrik, in der nur Frauen arbeiten und Männer keine Zutritt haben. Dort lernt er die anmutige, temperamentvolle Carmen kennen. Als die junge Frau eine Kollegin umbringt, hilft er ihr kurzerhand zur Flucht und verliebt sich in sie. Obwohl Carmen ihn immer wieder zurückweist und ihre Spielchen mit ihm treibt, kann José sich nicht aus ihrem Bann lösen. Für die Liebe zu Carmen gerät er immer tiefer in intrigante Machenschaften und setzt bald seine Ehre als Soldat aufs Spiel.

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs Kein Wunder, dass Mérimées “Carmen” Vorlage so vieler weiterer Werke - von Bühnenstücken bis hin zu Verfilmungen - war. Mit seiner Protagonistin hat der Autor ein Frauenbild erschaffen, das von Anfang an fasziniert: Carmen ist der Traum eines jeden Mannes, temperamentvoll, weiblich, vollblütig. Aber sie ist auch intrigant, raffiniert und hinterhältig - und das bis aufs äußerste. Sobald der Leser einen Blick in ihre Welt wirft, wird er darin gefangen. Carmens Art, Männer zu betören und zu verführen, lässt von ihr ein Bild wilder Schönheit entstehen, geprägt von rebellischem Freiheitsdrang und einer Lebenslust, die weder Grenzen noch Gesetze kennt. Gepaart mit ihrer unendlichen Grausamkeit und dem Fehlen jeglicher Skrupel wird sie José zum Verhängnis, raubt ihm jegliches Gerechtigkeitsgefühl und den Sinn für Vernunft. Obwohl José schwächlich wirkt, weil er der spanischen Frau immer wieder verfällt, kann man sein Handeln durchaus nachvollziehen, hat doch Mérimée eindrucksvolle Figuren geschaffen, die die Geschichte lebendig machen. So ist “Carmen” ein zeitloses Werk, das auch heute noch begeisterte Anhänger findet und Leser und Zuschauer gleichermaßen in seinen Bann zieht.

Wissenswertes

Der Stoff des Romans „Carmen“ inspirierte viele Regisseure und wurde mehrmals verfilmt. Außerdem diente die Titelfigur als Vorlage für die gleichnamige Oper von Georges Bizet.

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