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Kommende Buchkritiken
Das französische Testament
Le Testament Francais
|
Autor
Andrei Makine
Genre Roman
Verlag Diana-Verlag ISBN 978-3-453-35264-3 Übersetzung Holger Fock und Sabine Müller Erscheinungsdatum (D) 1999 Erschienen 1995 Seiten 333 |
Inhalt
Aljoscha verbringt jeden Sommer bei seiner Großmutter. Sie ist Französin und wird nicht müde, ihrem Enkel immer wieder Geschichten über das alte Frankreich zu erzählen. Zu viele Erinnerungen hat sie an ihr Heimatland. Als der Junge auch noch einen Koffer voller alter Fotographien und Zeitungsausschnitte findet, versinkt Aljoscha immer weiter in eine faszinierende Traumwelt, die ihm voller farbiger Bilder entgegenströmt und bald fast so real erscheint wie die echte…
Buchkritik von Karolin Kullmann
Völlig zu Recht wurde dieses wundervolle Werk mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet. Allein die Einleitung verzaubert und verleiht dem Roman schon zu Beginn einen Hauch französischen Charme. Der Autor lässt uns wie Zuschauer in der Vergangenheit schwelgen, entwirft ein wundervolles, sinnliches Bild des alten Frankreich und dies mit einer Bildgewalt, die den Leser fast glauben macht, er wäre selbst dort. Auch die beiden Hauptfiguren, Aljoscha und seine Großmutter, sind faszinierend Charaktere, zeigen sie uns doch einen anderen Blick auf die Geschichte, auf die menschliche Seite von blutrünstigen Tyrannen und auf ihre Sicht der Ereignisse. Gleichzeitig wird der Leser immer wieder in die Realität zurückgeholt, wenn man in das richtige Leben Aljoschas blickt, das geprägt ist von Zurückweisungen. Gerade diese wundervolle Welt, in die er immer wieder eintaucht, lässt ihn zum Außenseiter werden, brandmarkt ihn als Versager, der die Realität nicht kennt.
Obwohl “Das französische Testament” zum Schluss hin ein wenig abflacht, hat Andrei Makine dennoch ein wunderbares literarisches Werk geschaffen, das in sich stimmig und klar ist und dessen Zauber durch nichts getrübt werden kann.
Wissenswertes
"Das französische Testament" wurde mit den beiden begehrtesten Literaturpreisen Frankreichs ausgezeichnet, mit dem Prix Goncourt und dem Prix Médicis.
