Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Der Flieger
De vlieger
|
Autor
Maarten ´t Hart
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-27155-4 Übersetzung Gregor Seferens Erscheinungsdatum (D) Juli 2008 Erschienen 1998 Seiten 304 |
Inhalt
Dies ist die Geschichte eines Jungen und seines eigensinnigen Vaters, der seines Zeichens protestantischer Grabmacher ist. Dieser Grabmacher, der keinesfalls Totengräber genannt werden möchte, wird eines Tages von der katholischen Gemeinde gebeten, deren Verstorbene auf einen neuen Friedhof umzubetten. Keine leichte Aufgabe, zumal einer einfachen Bitte nach einem Klein-Seilbagger nicht nachgekommen wird. Und es kann ja wohl nicht von einem protestantischen Grabmacher erwartet werden, dass er einen kompletten katholischen Friedhof mit bloßen Händen verlegt.
Doch auch in den eigenen Reihen brodelt es gehörig, soll doch Ginus, der Helfer des sturen Grabmachers, aus der Kirche ausgeschlossen werden, weil er seine ganz eigene Interpretation zur Vergebung der Sünden vorweisen kann. Trotz allen guten Zuredens will er sich nicht davon überzeugen lassen, dass Jesus tatsächlich zur Vergebung unserer Sünden sterben musste. Als dann auch noch Ginus Tochter schwanger wird und mehrere Kandidaten als angehende Väter in Frage kommen könnten, wird dem Grabmacher klar, dass er die längste Zeit einen eigenen Helfer gehabt hat. Sein Sohn hingegen hat ganz andere Motive, über die ungewollte Schwangerschaft bestürzt zu sein.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Maarten ´t Hart, selbst Sohn eines Totengräbers und in einem streng protestantischen Elternhaus aufgewachsen, erzählt hier eine kuriose, bitterböse und teilweise sehr nachdenkliche Geschichte. Hier ist der Tod allgegenwärtig, gehört zum normalen Alltag dazu wie Teetrinken, Schlafen oder Essen. Die Ressentiments zwischen Katholiken und Protestanten werden in diesem tragisch-komischen Roman auf ganz eigene Weise behandelt, die einen tiefen Einblick in die Realität bietet. Vor allem wird deutlich, wie wenig es tatsächlich um die viel gepriesenen Tugenden wie Nächstenliebe, Verständnis oder Toleranz geht. Die Bibel dient als Vorwand dafür, die eigenen Ziele durchzusetzen und die so genannten „Brüder und Schwestern“ an möglichst kurzer Leine zu halten.
Davon und von den Konflikten zwischen Vater und Sohn erzählt der Autor in unvergleichlich amüsanter und origineller Art, die einen immer wieder zum Schmunzeln verleitet. Maarten ´t Harts fast schon spartanischer Erzählstil wirkt unglaublich erfrischend und zeigt einen Autor, der ein geborener Geschichtenerzähler zu sein scheint.
