Goodbye Lemon

Goodbye Lemon

Autor Adam Davies Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-86176-1
Übersetzung Hans M. Herzog Erscheinungsdatum (D) September 2008   
Erschienen 2006  Seiten 345

Inhalt

Nachdem er zwanzig Jahre lang sein Elternhaus nicht mehr betreten hat, lässt Jack sich von seiner Freundin überreden, einen Besuch zu Hause zu machen, um seinen Vater zu pflegen, der einen Schlaganfall hatte. Der Vater sitzt im Rollstuhl, kann weder sprechen, noch eine andere Tätigkeit selbständig durchführen. Eigentlich müsste er Jacks uneingeschränktes Mitgefühl haben, doch dieser hasst seinen Vater aus tiefster Seele. Ist er doch überzeugt davon, dass der herrische Mann die Schuld am Tod von Jacks jüngstem Bruder Dexter trägt. Dieser ertrank eines Nachts in einem See – und das, obwohl sein Vater auf ihn hätte aufpassen müssen.

Keiner sprach je wieder von dem ertrunkenen Jungen und nicht nur Jacks Leben ist bis heute von diesem Verlust belastet. Doch nicht nur die Schuld an Dex Tod lastet in Jacks Augen auf den Schultern des Vaters – da gibt es noch einige Altlasten, die aufgearbeitet werden müssten. Die Frage ist nur, ob es dafür nicht bereits zu spät ist.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Adam Davies erzählt die tragische und verstörende Geschichte einer zutiefst zerrütteten Familie – und tut dies voller Humor und mit einem permanenten Augenzwinkern. Vor allem der (Anti-) Held Jack nimmt den Leser sofort für sich ein und wirkt mit seinem herzzerreißenden Zynismus durch und durch sympathisch.

Das Besondere dieses Romans ist es, dass der Leser – genau wie Jack – erst zum Schluss erfährt, was sich in jener schicksalhaften Nacht tatsächlich zugetragen hat. Dadurch bekommt man einen ganz neuen Blickwinkel für Schuld und Versöhnung. Besonders die Sprachlosigkeit innerhalb von Jacks Familie ist es, die verhindert, dass dieser sein Leben endlich wahrhaftig leben kann. Durch diesen Aspekt bekommt „Goodbye Lemon“ einen fast schon philosophischen Charakter und hebt sich dadurch wohltuend von den üblichen „Familientragödien“ ab. Auch wenn „Goodbye Lemon“ es bei Weitem nicht mit Davies Erstlingsroman „Froschkönig“ aufnehmen kann, finden sich hier doch auch Spuren des urkomischen und doch so bittersüßen Schalks wieder, der Adam Davies offensichtlich zueigen ist. Hier tut sich dem Leser ein großes Potential auf, das auf mehr guten Lesestoff hoffen lässt.

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