Das Meer der Wahrheit

Mare delle verità

Das Meer der Wahrheit

Autor Andrea De Carlo Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-86177-8
Übersetzung Maja Pflug Erscheinungsdatum (D) Oktober 2008   
Erschienen 2006  Seiten 347

Inhalt

Als Lorenzo von seinem Bruder Fabio erfährt, dass ihr Vater, der international bekannte Virologe Teo Telmari, gestorben ist, macht er sich sofort auf den Weg von seinem Haus in der apeninischen Einöde ins bevölkerte Rom. Bei der Sichtung des Nachlasses kommt heraus, dass Teo Telmari Hüter eines geheimen Dokuments war, das brisante Details über einen afrikanischen Kardinal enthüllt. Als Lorenzo während der Trauerfeier für seinen Vater von einer Unbekannten auf eben jenen Kardinal Ndionge angesprochen wird, muss er erkennen, wie wenig er eigentlich über seinen berühmten Vater weiß. Die schöne Unbekannte verschwindet zwar wieder, bevor Lorenzo Näheres erfragen kann, doch sollen sich ihre Wege schon bald wieder kreuzen. Lorenzos Bruder Fabio, der Vertreter der Partei Mirto Democratico ist, kämpft um sein politisches Überleben und tut alles dafür, dass Teo Telmaris Geheimnis nicht gelüftet wird. Doch als Lorenzo der geheimnisvollen Mette vom Friedhof unter tragischen Umständen erneut begegnet, gibt es für ihn kein Halten mehr. Endlich scheint ihn sein jahrelanges zielloses Suchen zu einer Bestimmung geführt zu haben. Mit Mette zusammen flieht er vor den Verdächtigungen der Polizei – und ist hier zum ersten Mal in seinem Leben wirklich glücklich.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs De Carlo hat sich für seinen neuen Roman einen äußerst brisanten Stoff ausgesucht – und behandelt ihn leider etwas sehr oberflächlich. Die Geschichte hätte genügend Potential für einen packenden Thriller zu bieten, doch der Autor bleibt bei vagen Andeutungen und lässt dadurch die Gelegenheit, einen zeitkritischen Roman zu schreiben, nutzlos verstreichen. Im Vordergrund steht vielmehr eine Liebesgeschichte, die sich während der Flucht auf hoher See entspinnt und vor allem den Protagonisten regelrecht in Flammen stehen lässt. Doch über dieser Liebesgeschichte verliert man mehr und mehr die eigentliche Handlung aus den Augen – offenbar hat De Carlo sich hier etwas verzettelt und allmählich den roten Faden verloren.

„Das Meer der Wahrheit“ ist ein Buch, das sich nicht entscheiden kann. Brisanter Politthriller oder anrührende Liebesgeschichte? Am Ende kann man diese Frage nicht mit Sicherheit beantworten. Tatsache ist, dass alles etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt und dem Roman dadurch der nötige Tiefgang fehlt.

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