Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Die Eleganz des Igels
L‘Élégance du hérisson
|
Autor
Muriel Barbery
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-24658-3 Übersetzung Gabriela Zehnder Erscheinungsdatum (D) Mai 2008 Erschienen 2006 Seiten 364 |
Inhalt
Renée und Paloma wohnen zwar im gleichen Pariser Stadthaus, doch könnten ihre Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein. Renée ist Mitte Fünfzig und seit beinahe dreißig Jahren die Concierge des noblen Hauses in der Rue de Grenelle 7. Eigentlich hat sie einen Sinn für Kultur, sie liest viele Klassiker und unheimlich schlaue Bücher, hört klassische Musik und liebt Kunst; doch bisher versteckte sie dies sorgfältig vor den Bewohnern des Hauses. Paloma ihrerseits ist hochbegabt und hat schon früh erkannt, wie gekünstelt und falsch die Gesellschaft ist, in der sie sich bewegen muss und hat deshalb beschlossen, bereits an ihrem dreizehnten Geburtstag aus dieser Leere auszubrechen und sich das Leben zu nehmen. Paloma denkt über Renée, dass sie das beschauliche und einfache Leben führt, das Conciergen nun einmal so zu führen pflegen: sie schaut viel fern, ist häufig mürrisch, kleidet sich einfach und altmodisch und seit dem Tod ihres Mannes scheint ihre Katze ihr einziger Gesprächspartner zu sein. Renée denkt über Paloma, dass sie eine dieser reichen, verwöhnten und verzogenen Gören ist, die nichts als sich selbst im Sinn haben und sich nur Gedanken darüber machen, wie sie gut in der Gesellschaft ankommen. Doch die Fassaden bröckeln nach und nach, als ein neuer Mieter ins Haus zieht, der sich als kultivierter, belesener Japaner herausstellt und als genauer Beobachter erkennt, dass sowohl Paloma als auch Renée nicht das sind, was sie vorzugeben scheinen.
Buchkritik von Johanna Dessecker
In Frankreich stand „Die Eleganz des Igels“ im Jahr 2007 ganz oben auf den Bestsellerlisten. Dass Muriel Barberys intelligenter Roman es auch in Deutschland zu einem beachtlichen Erfolg gebracht hat, verwunderte mich jedoch ziemlich, als ich mit der Lektüre begann, ist doch das Thema eines, mit dem man hierzulande eigentlich nie in Berührung kommt. Der Berufsstand der Conciergen ist bei uns inexistent und auch das Bildungsbürgertum ist lang nicht so elitär und snobbistisch wie in Frankreich. Umso schöner finde ich es, dass es dieses wunderbare Buch geschafft hat, auch in Deutschland die Herzen der Leser zu erobern. Muriel Barbery schreibt nämlich einfach großartig, findet die treffenden Worte und hat einen subtilen Humor, der unglaublich unterhaltsam ist. Die Geschichte ist von Beginn an pointiert erzählt, trotzdem schafft die Autorin es, dass der Roman von Seite zu Seite immer besser wird. Ein kleines Meisterstück für Freunde schlauer Unterhaltung.

