Der Geschmack von Apfelkernen

Der Geschmack von Apfelkernen

Autor Katharina Hagena Genre Roman
Verlag Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-03970-2
Erscheinungsdatum (D) Februar 2008   Seiten 252

Inhalt

Als Iris` Großmutter Bertha stirbt, erbt die junge Frau das Haus in einem kleinen Ort in Norddeutschland. Nach der Beerdigung betritt Iris das Gebäude zum ersten Mal nach langer Zeit und versucht sie darüber klar zu werden, ob sie dieses Erbe tatsächlich antreten möchte. Hier verbrachte sie mit ihrer Cousine die Sommerferien, verkleidete sich mit Ballkleidern aus der Jugend ihrer Mutter und spielte im Garten. All diese Erinnerungen werden plötzlich wach, als Iris durch das Haus streift und sie wird wehmütig. Doch sie erinnert sich an noch mehr, an Dinge, über die niemand in ihrer Familie spricht, an Dinge, die eigentlich vergessen werden sollen…

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 3 von 5 Bs Um es gleich vorweg zu nehmen: “Der Geschmack von Apfelkernen” ist nichts für Liebhaber spannungsgeladener Geschichten. Der Roman von Katharina Hagena mutet melancholisch an, ist zwar voller Poesie, aber auch wenig spektakulär. Ohne große Wendungen lebt hier die Erinnerung an Dinge, die besser im Vergessenen bleiben, auf und lässt dabei einen Hauch von Mystik erahnen. So macht diese verstrickte Familiengeschichte neugierig, vermag es aber nicht, den Wissensdurst des Lesers ausreichend zu stillen. Obwohl man tief in die Vergangenheit eintauchen und von längst vergessenen Ereignissen erfahren kann, mangelt es doch an dem gewissen Kribbeln, das die Spannung beinahe unerträglich macht. Die Geschichte kommt nur langsam in Fahrt und vermag es daher nicht, den Leser fest an sich zu binden. Hier ist viel Raum für eigene Gedanken, doch ob das in diesem Fall positiv oder negativ bewertet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Im Großen und Ganzen ist dieser Roman eine solide Erzählung, und im Nachhinein dennoch enttäuschend - mag es daran liegen, dass die Erwartungen an ein Buch, das auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, zu hoch waren, oder tatsächlich am mangelhaften Talent der Autorin.

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