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Kommende Buchkritiken
Kein Land für alte Männer
No Country for Old Men
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Autor
Cormac McCarthy
Genre Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3-498-045029 Übersetzung Nikolaus Stingl Erscheinungsdatum (D) März 2008 Erschienen 2005 Seiten 284 |
Inhalt
Als der Hobbyjäger Llewelyn Moss in der texanischen Wüste drei zerschossene Geländewagen und zahlreiche Leichen findet, ahnt er noch nicht, dass es für ihn besser gewesen wäre, auf dem Absatz kehrtzumachen und das Weite zu suchen. Als Moss Heroin entdeckt, wird ihm klar, dass er es hier mit den Überresten eines Bandenkrieges zu tun hat. Die 2,4 Millionen Dollar, die Llewelyn in einem Koffer findet, nimmt er kurzerhand mit.
Doch leider macht er den Fehler, in der Nacht zum Fundort zurückzukehren – dort entdecken ihn mit MPs bewaffnete Männer und von nun an ist Moss seines Lebens nicht mehr sicher. Es gelingt ihm zwar, den Gangstern zu entkommen, doch heftet sich jetzt eine ganze Meute von Killern an seine Fersen. Vor allem der Psychopath Chigurh stellt eine große Gefahr für Llewelyn dar, denn der tötet strikt nach ethischen Prinzipien. Mit seinem Bolzenschussgerät hinterlässt Chigurh eine blutige Spur, die wiederum den Provinzsheriff Bell auf den Plan ruft. Der steht kurz vor der Pensionierung und kommt mit den modernen Verbrechen nicht mehr klar. Diese drei begeben sich nun – jeder auf seine Art – auf den Weg, der ins Verderben führt.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Mit seiner durch und durch pessimistischen Erzählweise schuf Cormac McCarthy mit „Kein Land für alte Männer“ einen literarischen Thriller, der in die finstersten Abgründe der menschlichen Spezies führt. Erschreckender als sein Killer Anton Chigurh kann selbst ein Hannibal Lecter kaum sein. Gerade Chigurhs präzises, wohl organisiertes Töten erzeugt Gänsehaut und gibt mehr als einmal Anlass zu besorgten Gedankengängen über die menschliche Bosheit.
Gerade deshalb ist „Kein Land für alte Männer“ viel mehr, als nur ein Thriller. McCarthy setzt sich mit der Entwicklung seines Landes auseinander und tut dies in Gestalt des Sheriffs Bell, der seinen Beruf nicht länger ausüben kann, weil er mit den menschlichen Abgründen kaum noch zurechtkommt. Ein abgrundtiefer Pessimismus tritt hier zutage, der deutlich macht, dass der Autor wenig Hoffnung in die Menschheit setzt. Dieser Pessimismus zieht sich durch die ganze Geschichte und macht „Kein Land für alte Männer“ zu einem finsteren Western-Thriller, der wenig Positives für den Leser bereithält.
Nichtsdestotrotz ist „Kein Land für alte Männer“ ein grandioses Buch mit präzise geschliffenen Charakteren, die die Handlung fast schon spielend vorantreiben. Hier wird kein Wort zuviel gesprochen, und gerade das macht die besondere Ausstrahlung dieses Thrillers aus. Wer „Kein Land für alte Männer“ gelesen hat, wird eine ganze Weile brauchen, um seinen Glauben an das Gute im Menschen wieder zu finden.
Wissenswertes
"Kein Land für alte Männer" wurde in der Verfilmung durch die Coen-Brüder mit vier OSCARs ausgezeichnet.

