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Kommende Buchkritiken
Das Leben meiner Mutter
The Lift of My Mother. A Biographical Novel
|
Autor
Oskar Maria Graf
Genre Biographie
Verlag List ISBN 978-3-471-30001-5 Erscheinungsdatum (D) 1946 Erschienen 1940 Seiten 568 |
Inhalt
Resl Heimrath, die Mutter von Oskar Maria Graf, wurde 1857 geboren und starb 1934. Sie verbrachte ihr gesamtes Leben in ihrer Heimat Oberbayern, erlebte die Glanzzeiten des Bayernkönigs Ludwig II., die Bismarck-Ära, den Krieg 1870/71, den Ersten Weltkrieg, die industrielle Revolution und die Weimarer Republik und schließlich die Machtübernahme Hitlers. Von Kindheit an gab es nur harte Arbeit für Resl, Pflichterfüllung und Zuversicht in die Allmacht Gottes waren die Werte, die für sie zählten. Als ihre Ehe mit dem Bäckermeister Max Graf beschlossen wurde, musste Resl den Bauernhof ihrer Familie verlassen – und wieder war ihr Alltag bestimmt von Mühe und Leid. Doch nie verlor Resl den Glauben und die Zuversicht zu Gott. Sie gebar elf Kinder, von denen acht erwachsen wurden. Trotz der unruhigen Zeiten voller Umbrüche und Ängste blieb Resl immer der ruhende Pol der Familie.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Aus diesem Buch spricht die große Liebe und Bewunderung, die der Autor für seine Mutter empfand. Er schildert ein einfaches, entbehrungsreiches Leben, dem aber immer eine heitere Gelassenheit und große Zuversicht zugrunde lag. Graf zeigt auf, welch hartes Dasein die Menschen, vor allem in den ländlichen Gegenden, in diesen Zeiten führten. Ein Leben, das geprägt war von Entbehrungen, Leid, hoher Kindersterblichkeit und bitterer Armut. Es wird aber auch deutlich, wie wichtig der Glauben für die Menschen war – hier fanden sie oft den einzigen Halt und eine Erklärung für alles, was ihnen widerfuhr. Gerade deshalb ist „Das Leben meiner Mutter“ mehr, als nur eine Chronik des damaligen Lebens – Oskar Maria Graf schuf einen zeitkritischen Roman, der die sozialen Missstände und politischen Winkelzüge anprangert. Dem Leser wird noch einmal deutlich gemacht, was damals politisch tatsächlich geschah, wie die Monarchie allmählich auslief, wie der Sozialismus, mit Rosa Luxemburg an der Spitze, seinen Weg auch ins dörfliche Leben fand und wie es schließlich zur Machtübernahme Hitlers kam. Das alles wird geschildert aus der Sicht einer einfachen Frau, der die Familie und der Glaube zu Gott an oberster Stelle standen.
Dies ist ein Roman aus einer Zeit, die noch gar nicht so weit zurückliegt, die aber für viele von uns schon gar nicht mehr wahr ist. „Das Leben meiner Mutter“ schildert ein Stück deutscher Geschichte und ist gleichzeitig ein Buch voller Poesie und Lebensweisheit.
Wissenswertes
»Wenn all meine Bücher vergehn – des Buch bleibt« (Oskar Maria Graf)
Erstmals erschien das Buch 1940 im New Yorker Exil unter dem Titel „The Lift of My Mother. A Biographical Novel“. 1946 erschien es dann erstmals in deutscher Sprache im Verlag Kurt Desch. Diese Ausgabe entspricht der List-Neuausgabe von 2002 und der Ausgabe des Süddeutschen Verlags von 1978, die auf die letzte Desch-Ausgabe von 1974 zurückgeht.
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Kommentare
Kommentare
DK schreibt am 16.07.11, 11:37
das ist ja eigentlich nur oskar maria grafs harte familengeschichte

