Die ich nie war

Den jag aldrig var

Die ich nie war

Autor Majgull Axelsson Genre Roman
Verlag C.Bertelsmann
ISBN 978-3-570-00877-5
Übersetzung Christel Hildebrandt Erscheinungsdatum (D) April 2008   
Erschienen 2004  Seiten 432

Inhalt

MaryMarie führt zwei Leben. Eigentlich ist sie Mary, die nach einer rasanten journalistischen Karriere schwedische Ministerin wurde. Aufopferungsvoll pflegt sie ihren Mann Sverker, der nach einem ungeklärten Sturz aus einem Hotelfenster querschnittsgelähmt ist. Was kaum jemand weiß: Sverker wurde nach einem Besuch bei einer minderjährigen russischen Prostituierten aus dem Fenster gestoßen. Mary setzt alles daran, dass diese Tatsache nicht publik wird. Gleichzeitig hasst sie Sverker voller Inbrunst für alles, was er ihr je angetan hat und fühlt sich hilflos an diesen Mann gekettet, den sie eigentlich nicht mehr liebt.

Dieser innere Zwiespalt führt dazu, dass Mary ihre Stimme verliert – sie ist nicht mehr in der Lage, Kontakt zu ihrer Umwelt aufzunehmen und flüchtet sich mehr und mehr an einen Ort, zu dem sie keinem anderen Zutritt gestattet.

Um dieser furchtbaren und unausweichlichen Realität zu entkommen, verwandelt sie sich in Marie, die sich von ihrer Wut nicht betäuben lässt, sondern lieber handelt. Marie schaltet das Beatmungsgerät von Sverker aus und wird dafür zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. All das erträgt sie aber mit einer unglaublichen inneren Stärke – denn sie hat getan, was sie sich selber schuldig war. Nach ihrer Entlassung beginnt Marie, sich ein Leben ohne Sverker aufzubauen, lernt, einfach nur sie selber zu sein: MaryMarie eben.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Mit „Die ich nie war“ ist der schwedischen Autorin Majgull Axelsson ein unglaublich dichter und intensiver Roman gelungen. Dieses Buch lässt einen einfach nicht mehr los, man kann es weder aus der Hand legen, noch aufhören an es zu denken, wenn es zu Ende ist. Mit viel psychologischem Gespür und einem tiefem Zugang zu den Gefühlen ihrer Protagonistin zieht einen die Autorin unweigerlich in ihren Bann. Dieses Buch dringt tief ein, rüttelt auf und gibt Einblicke in eine zutiefst verwundete Seele. Man kann einfach nicht anders, als großes Mitgefühl und gleichzeitig eine ehrliche Bewunderung für MaryMarie zu empfinden.

Axelsson besitzt die großartige Gabe, einfühlsam zu erzählen, ohne je in den Kitsch abzusinken, sie berührt ihre Leser und hat gleichzeitig eine Geschichte voller Stärke und Hoffnung erschaffen. „Die ich nie war“ ist ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst, ein besonderes Schmuckstück, das noch für eine ganze Weile in einem weiterleuchtet.

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