Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Kleiner Mann von hinten
Un petit homme de dos
|
Autor
Richard Morgiève
Genre Roman
Verlag Claassen ISBN 978-3-546-00417-6 Übersetzung Barbara Heber-Schärer und Claudia Steinitz Erscheinungsdatum (D) März 2008 Erschienen 1988 Seiten 232 |
Inhalt
Stéphane ist ein Charmeur, dem es gelingt, jede Frau um den Finger zu wickeln – und das, obwohl der polnische Flüchtling keineswegs ein Adonis ist. Im Februar 1942 begegnet dieser kleine, nicht besonders ansehnliche Mann in einer südfranzösischen Stadt der bildhübschen Französin Andrée. Hals über Kopf verlieben die beiden sich ineinander und die verwitwete Andrée, die einen vierjährigen Sohn hat, zögert nicht lange, den polnischen Draufgänger zu heiraten.
Von nun an dreht sich Andrées Leben nur noch um Stéphane – die beiden sind völlig verrückt nach einander und Stéphane liest seiner schönen Französin jeden Wunsch von den Augen ab. Das Geld, das er für dieses dekadente und exzessive Leben braucht, verdient er auf dem Schwarzmarkt. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, mit den deutschen Besatzern zu kollaborieren. Als der Krieg zu Ende ist, verändert sich der lebenslustige Mann aber zusehends. Mehr und mehr wird er zum skrupellosen Geschäftsmann, lässt sich immer öfter in finstere Machenschaften verstricken. Auch für die immer größer werdende Familie wird Stéphane immer mehr zu einem Fremden. Obwohl Andrées Liebe das einzige ist, was ihn noch vor sich selbst zu retten scheint, werden seine Ausbrüche immer unberechenbarer.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Dies ist die Geschichte einer Amour fou, wie sie französischer kaum sein könnte. Richard Morgiève erzählt Jahrzehnte nach dem Tod seiner Eltern deren Geschichte. Er, der jüngste Sohn von Stéphane und Andrée schuf eine Geschichte voller Lebenslust, Melancholie und Leidenschaft. „Kleiner Mann von hinten“ ist Morgièves Hommage an seine viel zu früh gestorbenen Eltern und gleichzeitig die Geschichte einer Kindheit voll von Unsicherheit, Ängsten und Geheimnissen.
Und doch ist „Kleiner Mann von hinten“ so heiter und voll von Humor, dass man es immer wieder mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht zur Seite legt. Hier wird von einer großen Liebe erzählt, wie es sie nur selten gibt. Gleichzeitig schildert der Autor das Schicksal zweier verzweifelt aneinander geketteter Menschen, denen es unmöglich ist, voneinander zu lassen. Dabei ist immer spürbar, dass hier von seinen Eltern die Rede ist, dass eine große Liebe und Sehnsucht in allem mitschwingt, was Morgiève zu Papier gebracht hat. „Kleiner Mann von hinten“ ist ein wundervolles, sehnsuchtsvolles Buch, das eine nicht alltägliche Geschichte zu erzählen hat.
