Aus dem Sinn

Aus dem Sinn

Autor Emma Braslavsky Genre Roman
Verlag Claassen
ISBN 978-3-546-00419-0
Erscheinungsdatum (D) 2007   Seiten 362

Inhalt

Eduard ist Mathematiker, obwohl er eigentlich lieber Uhrmacher geworden wäre. Seine große Leidenschaft gilt der Zeit. Dann verliebt er sich in Anna, Leiterin einer Erfurter Konsum-Filliale. Eines Tages hört er nämlich, wie sie im Filialleiterbüro mit ihrer seltsamen Stimme vor sich hin singt – und von da an ist es um ihn geschehen. Gleich einer Sirene hat sie den jungen, etwas farblosen Mann angelockt, und von nun an kann er an nichts anderes mehr denken, als an seine Anna. Da interessieren ihn auch die Aktionen seines Freundes Paul nicht mehr, der um seine verlorene Heimat trauert. Eduard und Paul stammen beide aus dem Egerland, aus dem sie mit ihren Familien nach dem Krieg vertrieben wurden. Schon einmal wurden sie während einer Kundgebung für die Rechte der Sudetendeutschen in Prag verhaftet und nun, im Jahr 1969, plant Paul einen erneuten Versuch. Am Tag des Eishockeyspiels der UdSSR gegen die CSSR bricht er mit seiner russischen Freundin nach Prag auf. Obwohl Eduard sich viel mehr für seine schwangere Ehefrau Anna und deren am selben Tag stattfindendes Konzert interessiert, landet er doch wider Willen in Prag – und von da an nehmen die Ereignisse ihren eigenen Verlauf…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Anfang und Ende dieser Geschichte – die Explosion der Erfurter Domuhr im Jahr 1969 – sind identisch. Alles läuft auf dieses Ereignis hinaus, die eigentliche Geschichte ist quasi die Einleitung zu diesem Geschehnis. Dies ist die Geschichte einer kleinen Gemeinde von vertriebenen Sudetendeutschen, die – manche mehr, andere weniger – versuchen, sich in Erfurt eine neue Heimat aufzubauen. Die Autorin, selber aus einer Familie von Sudetendeutschen stammend, schildert voller Witz und tragikkomischem Humor, wie die Lebensspuren und Erinnerungen dieser Menschen den weiteren Verlauf der Geschichte prägen. „Aus dem Sinn“ ist ein Roman voller Sehnsucht und Erinnerungen, gespickt mit nur allzu Menschlichem, das immer wieder an die Bücher von John Irving erinnert. Witzig, manchmal grotesk, poetisch, liebenswert und voller Wahrheit – das ist „Aus dem Sinn“. Ein Buch das anrührt und einem zum Lachen bringt, ein großartiger Roman voller Überraschungen und Tragik.

Besucherbewertung

0.0 / 5  (0 votes)

Kommentare


Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.