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Kommende Buchkritiken
Der Puppengräber
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Autor
Petra Hammesfahr
Genre Roman
Verlag rororo ISBN 3-499-22528-X Erscheinungsdatum (D) 1999 Seiten 400 |
Inhalt
Ben ist geistig behindert und seine Mutter liebt ihn über alle Maßen. Sie weiß um die Dinge, die in dem beschaulichen kleinen Ort hinter ihrem Rücken getratscht werden und versucht, ihren Jungen mit übergroßer Fürsorge vor allen Anfeindungen zu bewahren. Doch dann kommt der Sommer, in dem mehrere junge Mädchen spurlos verschwinden. Der zweiundzwanzigjährige Ben mit dem Verstand eines Kleinkindes streunt Tag und Nacht auf den Feldern und Wiesen rund um den Hof seiner Eltern umher, und das ist für so manchen Dorfbewohner ein Indiz dafür, dass der Junge etwas mit dem Verschwinden der Mädchen zu tun hat.
Desto länger die vergeblichen Nachforschungen der Polizei andauern, desto mehr schwelt der Unmut in der Bevölkerung – ein Schuldiger muss her…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Hier haben wir es wieder einmal mit einem Petra Hammesfahr-Thriller zu tun, wie er abgründiger kaum sein könnte. Weniger die Geschichte an sich ist es, die hier fesselt, sondern vielmehr die raffiniert gezeichneten Charaktere, die den Leser auf die nur allzu menschlichen Boshaftigkeiten und Schwächen hinweisen. Hinzu kommt eine zutiefst traurige Familientragödie, die die Realität vieler Eltern, die ein behindertes Kind haben, schildert. Ben, seine Eltern und Geschwister und all die Menschen, die gewollt oder ungewollt daran beteiligt sind, dass die Geschichte diesen tragischen Verlauf nimmt, wirken unglaublich authentisch.
Es geht bei diesem Thriller um Schuld und Sühne, um die Grenzen der elterlichen Fürsorge und um die Randgruppen, die es in unserer Gesellschaft eigentlich offiziell gar nicht gibt. Mit „Der Puppengräber“ beweist Hammesfahr einmal mehr, dass sie viel mehr ist, als nur eine gute Thriller-Autorin. Obwohl die Vielzahl an Figuren vor allem im ersten Drittel sehr verwirrt, machen Hammesfahrs psychologisches Gespür und ihr großes Feingefühl im Zeichnen der Charaktere „Der Puppengräber“ zu einem echten Lesegenuss.
Wissenswertes
Bens Geschichte wird weitererzählt im Roman
Lukkas Erbe
