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Kommende Buchkritiken
Merkels Tochter
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Autor
Petra Hammesfahr
Genre Roman
Verlag rororo ISBN 3-499-23225-1 Erscheinungsdatum (D) 1993 Seiten 316 |
Inhalt
Der Kriminalbeamte Merkel weiß ganz genau, was auf ihn zukommt, als er den Liebhaber seiner Frau erschießt. Die Haft sieht er als gerechte Strafe für das, was er getan hat, aber auch als Zuflucht vor all den Menschen, die ihm zuviel sind. Gefühle konnte er nur für seine Frau aufbringen, selbst auf seine kleine Tochter Irene, die zum Zeitpunkt der Tat erst sechs Jahre alt war, konnte er sich nie so richtig einlassen. Als Merkel nach fünfzehn Jahren entlassen wird, weiß er nicht so recht, was er mit der neu gewonnenen Freiheit anfangen soll. Seine inzwischen erwachsene Tochter ist ihm zunächst nur lästig, am liebsten würde er gar nichts mehr mit ihr zu tun haben.
Doch allmählich keimen da ganz neue Gefühle für Irene auf – die er ihr aber nicht zeigen kann. Merkel nimmt immer mehr Anteil an Irenes Leben, sieht, welch gewaltige Probleme seine Tochter hat – und muss miterleben, wie sein gerade erst entdecktes Kind einem grausamen Mord zum Opfer fällt. Merkel ist entschlossen, sich zu rächen, und da er nur wenig Vertrauen in die Möglichkeiten der Justiz hat, gibt es für ihn nur eine Antwort auf den Verlust von Irene.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Wie keine andere deutsche Autorin ist Petra Hammesfahr in der Lage, den Leser in die Abgründe der Spezies Mensch blicken zu lassen. Und was sich einem da auftut, ist mehr als harter Tobak. Scharfgezeichnete und punktgenaue Charakterstudien sind Hammesfahrs Spezialität und lassen ihre Romane zu einem solch intensiven Leseerlebnis werden. Die Geschichte an sich weist kaum Abgründe auf, es sind vielmehr die Charaktere, die Gänsehaut erzeugen.
Der verschrobene Merkel, der zu sozialen Kontakten kaum in der Lage ist, trägt die ganze Handlung, er fasziniert und erschreckt gleichermaßen. Auch wenn die Geschichte einige Längen aufweist, tut das der Spannung doch kaum Abbruch, ist es doch sowieso vielmehr das Brodeln unter der Oberfläche, was den Leser interessiert und beschäftigt. „Merkels Tochter“ ist ein echter Hammesfahr – spannend, abgründig und voller Raffinesse.
