Wahn

Duma Key

Wahn

Autor Stephen King Genre Horror
Verlag Heyne
ISBN 978-3-453-26585-1
Übersetzung Wulf Bergner Erscheinungsdatum (D) Februar 2008   
Erschienen 2008  Seiten 892

Inhalt

Auf einer seiner Baustellen stößt dem reichen Bauunternehmer Edgar Freemantle ein schrecklicher Unfall zu. Er verliert dabei seinen rechten Arm, sein Kopf wird beinahe zerquetscht und er erleidet eine ganze Reihe von fürchterlichen Knochenbrüchen. Durch seine Kopfverletzungen hat er immer wieder Lücken in seiner Erinnerung und die Schmerzen machen ihn fast wahnsinnig. Seine Frau Pamela hält es nicht mehr länger mit ihm aus, und auf Anraten seines Arztes zieht Edgar sich in ein Strandhaus auf der kleinen Florida-Insel Duma Key zurück. Auf fast wundersame Weise findet der Schwerverletzte dort Linderung in der Malerei, ja, dieses Hobby wird für ihn beinahe zur Obsession.

Allmählich kommt Edgar zur Ruhe, scheint wieder bei sich selbst anzukommen. Bei seinen Strandspaziergängen lernt er Wireman kennen, der sich aufopferungsvoll um die alte Dame Elizabeth Eastlake kümmert, der die ganze Insel gehört. In Wireman findet Edgar einen echten Freund und er ist auch der Einzige, mit dem er über seine wie im Fieberwahn gemalten Bilder und die seltsamen Erscheinungen, die ihn plagen, seitdem er auf Duma Key lebt, reden kann. Als Edgar erkennt, dass er mit seinen Bildern die Wirklichkeit verändern kann und daraufhin die Geister aus Elizabeths Kindheit ihr furchtbares Unwesen zu treiben beginnen, wird den beiden Freunden klar, dass sie dazu ausersehen sind, dem todbringenden Treiben Einhalt zu gebieten.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Endlich ist er wieder da – der Stephen King, den wir alle lieben! Mit „Wahn“ hat der Altmeister des Horror ein neues, grandioses Werk geschaffen, das an alte Erfolge wie „Shining“, „Sie“ oder „Es“ erinnert. Und doch bekommen wir es hier mit einem reiferen und nachdenklicheren Roman zu tun, bei dem King ganz deutlich zeigt, welche Entwicklung mit ihm im Lauf der Jahre vor sich gegangen ist. Die Bücher der vergangenen Jahre wie etwa „Love“ oder „Puls“ verblassen im Vergleich zu „Wahn“ regelrecht, denn hier wird der Leser wieder genauso in den Sog des Geschehens gezogen, wie man das von Stephen King gewöhnt ist. Hinzu kommen aber immer wieder fast schon philosophische Gedankengänge und eine neue Art von feinem Humor, die der Handlung mehr als zuträglich ist. Mit dem Autor sind auch seine Protagonisten gereift, Edgar Freemantle hat so gar nichts mehr gemein mit dem heißblütigen Jungspund Jack Torrance aus „Shining".

Nicht ganz nachzuvollziehen ist Heynes Entscheidung, den Originaltitel „Duma Key“ in „Wahn“ umzuwandeln, spielt sich doch alles auf dieser Insel ab, die Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist. Möglicherweise soll „Wahn“ zu den vorherigen Titeln „Love“, „Puls“ und „Qual“ passen, die zuvor bei Heyne veröffentlicht wurden. Dennoch scheint die Titelwahl nicht ganz glücklich, man hätte es einfach bei „Duma Key“ belassen sollen. Doch abgesehen von diesem kleinen Schönheitsfehler ist „Wahn“ ohne jeden Zweifel ein neues Meisterwerk von Stephen King, voll von Furcht erregenden Gestalten und dem Horror, der sich im Kopf der Figuren abspielt. Für alle Fans des Autors ein unbedingtes Muss!

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