Wilde Reise durch die Nacht

Wilde Reise durch die Nacht

Autor Walter Moers Genre Fantasy
Verlag Goldmann
ISBN 978-442-45291-0
Erscheinungsdatum (D) 2001   Seiten 223

Inhalt

Als der zwölfjährige Gustave auf seinem Schiff durch eine sturmgepeitschte See fährt und durch das Wüten eines siamesischen Zwillingstornados alle seine Matrosen verliert, begegnet er in seinen letzten Minuten dem Tod. Gustave kann selbst entscheiden, ob er sein Leben freiwillig gibt oder ob er versucht, die ihm gestellten Aufgaben zu erfüllen und so einem frühzeitigen Ableben zu entgehen. Voller Lebenswillen entschließt sich Gustave für letzteres und muss sich wagemutigen Aufgaben entgegenstellen, mit Drachen kämpfen und sich mit Riesen anlegen. Doch werden ihm solche irrsinnigen Verpflichtungen tatsächlich helfen zu überleben? Zumindest erlebt Gustave eine wilde Reise...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs Im Normalfall schreibt ein Autor zuerst seine Eingebungen nieder, woraus nach vielen Schritten eine Geschichte entsteht, die in einem Buch verpackt wird. Gegebenenfalls werden zu dieser im Nachhinein Illustrationen angefertigt, um die Vorstellungswelt des Lesers zu unterstützen und um dem Buch eine eigene Note zu verleihen. Ganz anders geschah es bei “Wilde Reise durch die Nacht”. Walter Moers konstruierte seine Geschichte um schon da gewesene Zeichnungen, genauer gesagt um verschiedenste Zeichnungen Gustave Dorés, der sich im 19.Jahrhundert als Illustrator von Büchern, unter anderem der Bibel, einen Namen machte. So entspinnt sich hier die Geschichte um einen jungen Abenteurer. Düster und um einiges beklemmender als man es sonst von diesem Schriftsteller gewöhnt ist, liest sich sein Roman, und doch kommt man nicht umhin, ihn gleichzeitig auch als humorvoll zu bezeichnen. Moers hat hier viele bekannte Schreckensgestalten wie Gespenster, Riesen und Drachen mit dazugehörigen Mythen und Klischees untergebracht und es geschafft, ihnen auf eigentümliche Art und Weise den Schrecken zu nehmen. Da liest man plötzlich von bekümmert dreinblickenden Ungeheuern, jubelnden und sich freuenden Geistern und gedemütigten fliegenden Echsen, die von schönen Jungfrauen gepeinigt werden. Kurz und gut: In “Wilde Reise durch die Nacht” ist nichts, wie es sein sollte. Noch dazu steckt es voller seltsamer und gleichzeitig genialer Erklärungen, die sich Walter Moers für solch gigantische und unübersichtliche Erscheinungen wie das Universum ersonnen hat. Damit hat dieser grandiose Autor es wieder einmal geschafft zu überraschen und das waschechte Moers-Lesegefühl zu wecken.

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