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Kommende Buchkritiken
Das Vermächtnis der Magd
The Observations
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Autor
Jane Harris
Genre Roman
Verlag Page & Turner ISBN 978-3-442-20305-5 Übersetzung Judith Schwaab Erscheinungsdatum (D) Februar 2008 Erschienen 2006 Seiten 507 |
Inhalt
Schottland, 1863. Durch den Tod ihres Dienstherrn steht die fünfzehnjährige Bessy Buckley auf der Straße. Sie muss sich nun dringend eine neue Arbeit suchen und findet diese auch auf ihrem Weg nach Glasgow. Vor den Toren von Haivers Castle trifft sie auf die Gutsherrin Arabella Reid, die das Mädchen als Dienstmagd einstellt. Doch schnell merkt Bessy, dass mit der schönen Arabella irgendetwas nicht stimmt. Zwar muss Bessy auch die üblichen Arbeiten einer Dienstmagd verrichten, doch ihre Hauptaufgabe besteht darin, ein Tagebuch zu führen, das Arabella regelmäßig lesen möchte. Hier stellt sich auch das Hauptmotiv für Bessys Einstellung dar: Das Mädchen kann lesen und schreiben. Um ihrer neuen Herrin zu gefallen und deren Liebe zu gewinnen, erfüllt Bessy von nun an geflissentlich alles, was von ihr verlangt wird, auch wenn ihr manches doch sehr seltsam erscheint.
Dann aber entdeckt die Dienstmagd das Tagebuch einer ihrer Vorgängerinnen, einer gewissen Nora, von der sie zuvor schon andeutungsweise gehört hat. Eifersucht befällt Bessy, denn offensichtlich ist Nora immer noch Arabellas Lieblingsmagd und aus einem Notizbuch der Herrin wird deutlich, dass diese Bessy viel weniger schätzt als ihre Vorgängerin. Zudem scheint Arabella Reid etwas mit Noras tragischem Tod zu tun zu haben, was ihr Gewissen nicht zur Ruhe kommen lässt. Völlig blind vor Eifersucht auf die unbekannte Nora beginnt Bessy ein Spiel mit ihrer Herrin, aus dem nur Unheil erwachsen kann.
Buchkritik von Stefanie Rufle
"Das Vermächtnis der Magd" ist wieder einmal ein Beispiel für ein Buch, bei dem der Klappentext mehr verspricht, als eigentlich geboten wird. Denn die Geschichte, so spannend sie sich zunächst einmal anhört, ist mehr als verworren und bietet wenig wirklich gute Unterhaltung. Man ist sich beim Lesen nie wirklich sicher, wohin das Ganze eigentlich führen soll und die Frage des Genres bereitet echtes Kopfzerbrechen. Hat man es hier mit einem Kriminalroman zu tun, einem klassischen historischen Roman oder gar mit einer Geistergeschichte? Selbst am Ende des Buches ist es unmöglich, diese Frage befriedigend zu beantworten. Aber genau das ist das Problem des Romans, denn es gibt keinen roten Faden, an dem man sich orientieren könnte und man fühlt sich während der Lektüre permanent so, als würde man im Trüben fischen. Hätte die Autorin sich für eine Richtung entscheiden können, hätte aus diesem Buch ein richtig guter Kriminalroman werden können, denn die Geschichte hat einiges an Potential zu bieten. Doch so ist "Das Vermächtnis der Magd" ein wirres Mischmasch mit einer Hauptfigur, deren derbe Sprechweise derart aufgesetzt wirkt, dass dem Buch so noch der letzte Rest an Seriosität verloren geht.

