Yucatan

Yucatan

Autor Andrea De Carlo Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-21911-1
Übersetzung Jürgen Bauer Erscheinungsdatum (D) 1991   
Erschienen 1986  Seiten 259

Inhalt

Der exzentrische Regisseur Dru Resnik, der seine Starallüren in vollen Zügen auslebt, reist mit seinem jungen Assistenten nach Mittelamerika, um dort einen Schriftsteller zu treffen, dessen Buch er unbedingt verfilmen möchte. Bei der Zwischenlandung in Los Angeles scheint es fast so, als würde Dru beobachtet werden. Er erhält mehrere mysteriöse Nachrichten und fühlt sich durch anonyme Anrufe bedroht.

Das Zusammentreffen mit dem Schriftsteller gestaltet sich ebenfalls als äußerst dubios – dieser verschwindet, kaum dass sie einander vorgestellt wurden, auch schon wieder und hinterlässt Dru, dessen Assistenten und dem reichen Amerikaner Nesbitt, der das ganze Projekt finanzieren soll, nur einen „Zauberstab“, der den Schlüssel zum Rätsel darstellt. Eine geheimnisvolle Stimme gibt Dru Anweisungen, wohin er sich mit seinen Begleitern begeben soll, und als dann auch noch zwei ungleiche Blondinen auf dem Plan auftauchen, ist das Verwirrspiel perfekt.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 2 von 5 Bs Trotz intensivster Bemühungen, den Sinn dieses Buches zu erfassen, hinterlässt „Yucatan“ am Ende nur ein riesiges Fragezeichen. Hier wird der Leser mit einer Geschichte konfrontiert, die immer verworrenere und obskurere Züge annimmt. Vergebens sucht man nach einem roten Faden, nach einem Leitthema, das die Geschichte vorantreibt. Alles erscheint irgendwie willkürlich, Dinge geschehen, ohne dass man so recht versteht, warum. Einziger Pluspunkt dieses Romans ist die präzise und lebendige Zeichnung der Charaktere, von denen nach kürzester Zeit ein sehr eindrückliches Bild präsent ist.

De Carlo überzeugt auch hier mit seiner fein nuancierten Ausdrucksweise und seinem unglaublichen Talent, dem Leser die Geschehnisse plastisch vor Augen zu führen. Doch das allein reicht eben nicht aus, um den Leser zu fesseln. Auch wenn die gesellschaftskritische Aussage dieses Romans nicht zu übersehen ist, fragt man sich doch, was den Autor dazu bewogen haben mag, diese ausgerechnet in eine solch unglaubwürdige Geschichte zu verpacken. „Yucatan“ ist ein Buch, bei dem man den Eindruck gewinnt, dass die Handlung einfach nicht in die Gänge kommen will, bei dem man vergebens auf den Moment wartet, wo man in das Geschehen hineingezogen wird. Am Ende ist man nur froh, dieses Buch endlich zuklappen zu können.

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