Zehn Wahrheiten

No One Belongs Here More Than You

Zehn Wahrheiten

Autor Miranda July Genre Kurzgeschichten
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-86166-2
Übersetzung Clara Drechsler und Harald Hellmann Erscheinungsdatum (D) März 2008   
Erschienen 2007  Seiten 253

Inhalt

Sechzehn Kurzgeschichten der unterschiedlichsten Art werden hier dem Leser präsentiert. In "Die gemeinsame Terrasse" wird deutlich gemacht, warum keine der beiden die Terrasse nutzenden Parteien diese öfter als die andere in Beschlag nehmen darf und welche Schwierigkeiten aus diesem Anspruch entstehen. "Die Schwester" erzählt die Geschichte eines Mannes, der von einem Freund mit dem Versprechen auf ein Rendezvous mit dessen höchst ominöser Schwester gelockt wird und zum Schluss etwas ganz anderes erhält, als er eigentlich im Sinn hatte. In "Etwas, das nichts braucht" haben zwei junge Frauen, die schon seit Kindheitstagen befreundet sind, ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, um durchs Leben zu kommen - und können doch nicht voneinander lassen. "Making Love in 2003" erzählt von einer jungen Frau, deren sehnlichster Wunsch es ist, ihr erstes Buch zu veröffentlichen, weil sie so die Gelegenheit bekommt, ihre seltsame Geschichte zu erzählen, die von einem schattenhaften Umriss, der ihr die erste Liebe schenkte, handelt. In "Mon Plaisir" hofft eine Ehefrau, der Liebe endlich wieder neuen Schwung geben zu können, wenn sie gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Statistenrolle annimmt.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Von amüsant bis traurig, von geschmacklos bis schockierend, von romantisch bis grotesk - in "Zehn Wahrheiten" ist wirklich die ganze Palette vertreten. Auch wenn bisweilen der Sinn dieser Stories verborgen bleibt und auch wenn das Ende manch einer Geschichte nur verständnisloses Stirnrunzeln hervorruft - es gelingt Miranda July ohne jeden Zweifel, ihre Leser köstlich zu unterhalten. Die Autorin beweist, dass sie mit einer fast schon überbordenden Phantasie gesegnet ist, und mangelnde Kreativität kann man ihrem Schreibstil ganz sicher nicht unterstellen.

Besonders "Making Love in 2003" ist hier hervorzuheben, wo eine junge Frau in das Dilemma gerät, den geisterhaften Umriss wieder zu finden, der ihr einst die erste Liebe geschenkt hat und der ihr nun in Form irgendeines beliebigen Mannes wieder begegnen könnte - nur wie dieser aussieht, weiß sie nicht. Diese Geschichte ist so herrlich komisch und witzig und gleichzeitig auch traurig und fast schon melancholisch, dass man förmlich mit der Heldin mitfiebert. "Zehn Wahrheiten" ist ein Buch für einige losgelöste Augenblicke, die den Alltag etwas aufhellen - den Namen Miranda July sollte man sich unbedingt merken!

Wissenswertes

Ausgezeichnet mit dem Frank O´Connor International Short Story Award 2007.

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